Das Paar USD/JPY notiert am Donnerstag im frühen europäischen Handel nahezu unverändert bei rund 156,40. Der japanische Yen (JPY) steht im Fokus, nachdem er am Mittwoch im Zuge von Spekulationen über mögliche Interventionen der Behörden am Markt zulegte.
Japans oberster Devisenbeamter Atsushi Mimura erklärte am Donnerstag, dass die Behörden bereit seien, auf allen Ebenen auf spekulative Bewegungen am Devisenmarkt zu reagieren. Mimura lehnte es zudem ab, sich zu Deviseninterventionen und konkreten Währungsniveaus zu äußern.
Letzte Woche hatte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärt, dass Japan gegen spekulative Devisenbewegungen vorgehen könne. Interventionsängste seitens der japanischen Behörden könnten den JPY stützen und dem Paar kurzfristig Gegenwind verleihen.
Das Protokoll der Bank of Japan (BoJ) zur Sitzung im März zeigte am Donnerstag, dass viele Vorstandsmitglieder die Notwendigkeit sehen, die Zinssätze anzuheben, falls der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energieschock andauert und Befürchtungen über Zweitrundeneffekte auf die breitere Inflation aufkommen.
Das Protokoll unterstrich die hawkische Tendenz der BoJ, die die Markterwartungen auf eine Zinserhöhung bereits im Juni verstärken könnte, da steigende Ölpreise durch den Konflikt den bereits bestehenden Inflationsdruck erhöhen.
Der Bericht zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wird später am Donnerstag erwartet. Die Aufmerksamkeit richtet sich am Freitag auf die US-Arbeitsmarktdaten für April. Ökonomen rechnen mit einem Stellenzuwachs von 60.000 im April, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich stabil bei 4,3 % bleibt. Jegliche Anzeichen einer Verbesserung am US-Arbeitsmarkt könnten dem Greenback gegenüber dem JPY Auftrieb geben.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.