West Texas Intermediate (WTI) – der maßgebliche US-Rohölpreis – schwankt am Donnerstag während der asiatischen Handelssitzung in einer Bandbreite und scheint vorerst den leichten Anstieg des Vortages von unter 87,00 USD bzw. einem Tiefststand von über zwei Wochen gestoppt zu haben. Das schwarze Gold notiert derzeit knapp über der Mitte der 92,00-USD-Marke und liegt für den Tag fast 0,65 % im Minus, bei gemischten Signalen.
Die Anleger wurden optimistisch hinsichtlich einer möglichen Einigung zur Beendigung des Iran-Kriegs und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, dass ein Abkommen mit dem Iran sehr wahrscheinlich sei. Dies wird wiederum als ein wesentlicher Faktor angesehen, der die Rohölpreise belastet, wobei die Abwärtsbewegung jedoch abgefedert wird, da die Anleger die Wahrscheinlichkeit eines Friedensabkommens neu bewerten. Hinzu kommt ein insgesamt schwächerer US-Dollar (USD), der tendenziell dem in USD denominierten Rohstoff zugutekommt und dazu beiträgt, Verluste für das schwarze Gold zu begrenzen.
Die staatlich nahestehenden Medien Irans wiesen Behauptungen über eine umfassendere Einigung zurück, während die Iranian Students' News Agency berichtete, dass der US-Vorschlag Bestimmungen enthalte, die Teheran in den letzten Tagen bereits abgelehnt habe. Zudem berichtete die BBC, dass Iran den US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts und zur Aufhebung der amerikanischen Blockade iranischer Häfen noch prüfe. Unterdessen drohte Trump, dass Iran „in einem viel höheren Ausmaß und mit größerer Intensität als zuvor“ bombardiert werde, falls es nicht zu einem Friedensabkommen komme.
Unterdessen erweist sich die anfängliche Marktreaktion auf den positiven US-ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten Sektor als nur von kurzer Dauer, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026 sinkt. Nachlassende restriktive Erwartungen helfen dem USD folglich nicht, an den über Nacht erreichten Anstieg von einem fast drei Wochen tiefen Niveau anzuknüpfen, was die Händler davon abhält, aggressive bärische Wetten auf die Rohölpreise zu platzieren. Dies rechtfertigt wiederum eine gewisse Vorsicht, bevor man sich auf eine weitere Abwertung positioniert.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.