Das Paar EUR/USD gewinnt am Mittwoch im frühen europäischen Handel um die Marke von 1,1730 an Stärke. Der Euro (EUR) steigt gegenüber dem US-Dollar (USD) angesichts der Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Händler werden die Veröffentlichung des US-ADP-Beschäftigungsberichts für April später am Mittwoch im Auge behalten.
US-Präsident Trump sagte am Dienstag, dass „große Fortschritte in Richtung einer vollständigen und endgültigen Vereinbarung mit Vertretern des Iran erzielt wurden.“ Trump erklärte weiter, dass er zugestimmt habe, „Project Freedom“ auszusetzen, die Initiative der Regierung, Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu führen.
Bereits am Dienstag führte der Iran einen neuen Mechanismus für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, angesichts des Konflikts mit Washington über die strategische Wasserstraße. Die Händler werden die Entwicklungen rund um den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer Deeskalation zwischen den beiden Ländern könnten kurzfristig risikoreichere Anlagen wie die Gemeinschaftswährung stützen.
Die Märkte rechnen zunehmend mit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits im Juni 2026, da die Verantwortlichen auf die Notwendigkeit hinweisen, die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel sagte am Montag, dass die EZB die Zinsen im Juni anheben müsse, falls sich der Inflationsausblick in den kommenden Wochen nicht deutlich verbessert. Unterdessen bleibt die Haltung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) fest, ohne unmittelbare Anzeichen für Zinssenkungen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.