Das Währungspaar AUD/JPY fällt im frühen europäischen Handel am Mittwoch auf rund 112,75. Der Japanische Yen (JPY) stärkt sich gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) aufgrund vermuteter Interventionen der japanischen Behörden.
Die Händler bleiben angespannt hinsichtlich der Möglichkeit, dass die japanischen Behörden nach der Intervention in der vergangenen Woche zur Eindämmung der Schwäche erneut in den Markt eingreifen könnten. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, Japan könne gegen spekulative Devisenbewegungen vorgehen.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) erhöhte nach Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung im Mai den Leitzins (Official Cash Rate, OCR) von 4,10 % auf 4,35 %. RBA-Gouverneurin Michele Bullock bezeichnete die aktuelle Geldpolitik als „etwas restriktiv“ und sieht demnach Spielraum für das Gremium, die Entwicklungen im Nahostkonflikt und bei den heimischen Daten zu beobachten.
Im Tages-Chart hält sich AUD/JPY über dem 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) und bewahrt damit den übergeordneten Aufwärtstrend, während der Kurs auch über dem unteren Bollinger-Band bleibt, was auf einen nahen Abwärtsschutz hindeutet. Der Relative Strength Index (RSI) ist jedoch auf den Bereich um 50 zurückgefallen, was auf eine Abkühlung des Momentums hinweist und das Paar anfällig für eine Konsolidierung macht, selbst bei einer grundsätzlich konstruktiven Tendenz.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand am mittleren Bollinger-Band, dem 20-Tage Simple Moving Average, bei 113,60, gefolgt vom oberen Bollinger-Band nahe 114,85. Auf der Unterseite wird die erste Unterstützung am unteren Bollinger-Band bei 112,25 gesehen, mit einer tieferen Unterstützung am 100-Tage-EMA bei rund 109,52, wo Käufer voraussichtlich wieder aktiv werden, falls sich eine breitere korrigierende Gegenbewegung entwickelt.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.