USD/CAD steigt am Montag leicht an, da steigende Spannungen in der Straße von Hormus im Zuge des anhaltenden US-Iran-Konflikts den US-Dollar (USD) stützen. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes notiert das Paar bei rund 1,3617 und liegt damit fast 0,22 % im Plus für den Tag.
Die Spannungen zwischen den USA und Iran zeigen keine Anzeichen einer Deeskalation. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, dass zwei Raketen ein US-Marinefahrzeug in der Nähe der Insel Jask getroffen hätten, nachdem es angeblich Warnungen der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) ignoriert hatte, anzuhalten. Ein US-Beamter bestritt jedoch gegenüber Axios, dass ein amerikanisches Schiff getroffen worden sei.
Diese Entwicklung folgt auf die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump einer Marineinitiative mit dem Namen „Project Freedom“, die darauf abzielt, gestrandete Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Als Reaktion darauf warnte Teheran, dass es US-Streitkräfte angreifen werde, sollten diese versuchen, sich der Wasserstraße zu nähern oder sie zu betreten.
Am Wochenende wies Washington den überarbeiteten 14-Punkte-Vorschlag Irans zurück und legte ein Gegenangebot vor, das derzeit in Teheran geprüft wird, wobei die nuklearen Differenzen weiterhin ungelöst sind. US-Präsident Donald Trump sagte in einem Interview mit Israels Kan News: „Das ist für mich nicht akzeptabel. Ich habe es studiert, ich habe alles studiert – es ist nicht akzeptabel.“
Anhaltende geopolitische Spannungen stützen den US-Dollar (USD) nach dessen jüngster Schwäche. Zum Zeitpunkt der Abfassung notiert der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen misst, bei rund 98,28 und setzt damit die Erholung vom Freitag nahe einem Zweiwochentief fort.
Für den Kanadischen Dollar (CAD) stützen die anhaltenden Versorgungsunterbrechungen in der Straße von Hormus und der daraus resultierende Anstieg der Ölpreise den rohstoffgebundenen Loonie gegenüber seinen wichtigsten Konkurrenten, angesichts der Rolle Kanadas als bedeutender Rohölexporteur. Dennoch hinkt der Loonie dem US-Dollar hinterher, der weiterhin von seinem Status als globale Reservewährung profitiert.
Unterdessen befeuern steigende, durch Öl getriebene Inflationsrisiken auch die hawkischen Erwartungen sowohl für die Federal Reserve (Fed) als auch für die Bank of Canada (BoC). Höhere Energiekosten haben die Inflation in den jüngsten Daten bereits nach oben getrieben. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die bevorstehenden Arbeitsmarktdaten aus den USA und Kanada, die am Freitag veröffentlicht werden und weitere Hinweise für die geldpolitischen Erwartungen und das Paar USD/CAD liefern könnten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.