Der Australische Dollar (AUD) gibt am Mittwoch gegenüber dem US-Dollar (USD) nach, belastet durch schwächer als erwartete australische Inflationsdaten, während nachlassende Hoffnungen auf ein baldiges Ende des US-Iran-Kriegs den Greenback stützen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert AUD/USD bei etwa 0,7139 und liegt damit fast 0,60 % im Minus im Tagesverlauf. Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert derweil bei rund 98,78 und damit etwa 0,15 % im Plus.
Die Marktsentiments schwächen sich ab, nachdem Reuters berichtete, dass US-Präsident Donald Trump und Ölkonzerne Pläne besprachen, die Blockade des Iran bei Bedarf monatelang aufrechtzuerhalten, so ein Beamter des Weißen Hauses. Trump warnte zudem, dass „der Iran nicht in der Lage sei, sich zu organisieren. Sie wissen nicht, wie man ein nuklearfreies Abkommen unterzeichnet. Sie sollten bald klug werden“, schrieb er auf Truth Social. Die Äußerungen folgen auf US-Skepsis gegenüber Irans Vorschlag, den Krieg zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen, während die Nukleargespräche verzögert werden.
Mit Blick auf die Zukunft richtet sich die Aufmerksamkeit auf die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed), die um 18:00 GMT erwartet wird. Die Märkte gehen weitgehend davon aus, dass die Zentralbank die Zinssätze im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % unverändert lässt, während die Entscheidungsträger die Auswirkungen der steigenden Energiepreise auf die Inflation bewerten, die durch anhaltende Versorgungsunterbrechungen in der Straße von Hormus getrieben werden.
Die Inflation liegt weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed, wobei steigende Ölpreise die Aufwärtsrisiken erhöhen. Dies hat die Erwartungen an kurzfristige Zinssenkungen gedämpft und eine länger anhaltende restriktive Geldpolitik gestärkt. Die Märkte werden daher auf die Hinweise von Fed-Chef Jerome Powell achten.
Ein hawkischer Ton könnte den US-Dollar weiter stützen, während jedes Signal, dass die Fed für spätere Zinssenkungen in diesem Jahr offen bleibt, den Aufwärtstrend des Greenbacks begrenzen könnte. Ein Abwärtspotenzial beim US-Dollar dürfte angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit jedoch begrenzt bleiben.
Obwohl die hawkische Haltung der Reserve Bank of Australia (RBA) weiterhin eine grundlegende Unterstützung für den Aussie bietet, zeigten die jüngsten Inflationsdaten, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) im März auf 4,6 % von 3,7 % im Februar stieg, jedoch immer noch unter den Erwartungen von 4,7 % lag.
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.