Das Paar NZD/USD kämpft damit, die starken Gewinne der letzten zwei Tage zu nutzen, und zieht am Dienstag im asiatischen Handel einige Verkäufer an. Die Kassakurse entfernen sich von dem am Vortag berührten horizontalen Widerstand bei 0,5920-0,5925, wobei die Abwärtsbewegung angesichts gemischter Signale abgefedert bleibt.
Der US-Dollar (USD) zieht angesichts der Unsicherheit rund um die zweite Runde der US-Iran-Friedensgespräche einige Safe-Haven-Flüsse an und erweist sich als Schlüsselfaktor, der das Paar NZD/USD belastet. Die Hoffnungen auf diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Iran-Kriegs schwanden, nachdem US-Präsident Donald Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff und den geplanten Besuch von Jared Kushner in Pakistan abgesagt hatte. Zudem ist Trump Berichten zufolge mit dem neuen Vorschlag Irans zur Beilegung des Krieges unzufrieden, der die Diskussion über Irans Atomprogramm ausklammern würde.
Darüber hinaus hält die Pattsituation zwischen den USA und Iran über die Straße von Hormus die geopolitischen Risiken aufrecht und unterstützt den USD dabei, wieder etwas positive Dynamik zu gewinnen. Tatsächlich bleibt der Verkehr durch die strategische Wasserstraße aufgrund von Irans Bewegungseinschränkungen und der US-Blockade iranischer Häfen blockiert. Die USD-Bullen scheinen jedoch vor der entscheidenden zweitägigen FOMC-Sitzung, die an diesem Dienstag beginnt, zögerlich zu sein.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird ihre Entscheidung am Mittwoch bekannt geben, wobei Wetten auf mindestens eine Zinssenkung im Jahr 2026 bestehen. Mangels neuer Wirtschaftsprognosen liegt der Fokus auf der Pressekonferenz nach der Sitzung. Die Kommentare des scheidenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell werden auf Hinweise zur künftigen Geldpolitik untersucht, die den USD bewegen und dem Paar NZD/USD neuen Schwung verleihen werden.
In der Zwischenzeit könnten Wetten darauf, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) eine vorsichtige Haltung beibehält oder eine Straffung in Erwägung zieht, um die Inflation angesichts der hartnäckigen Inflation zurück auf den 2%-Mittelpunkt zu bringen, den Neuseeland-Dollar (NZD) stützen. Dies, zusammen mit der jüngsten Erholung von einem technisch bedeutenden 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA), könnte dazu beitragen, weitere Verluste des Paares NZD/USD zu begrenzen.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.