Das Paar USD/CHF gewinnt am frühen Dienstag im europäischen Handel bei 0,7865 an Stärke. Der US-Dollar (USD) legt gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) zu, bedingt durch den festgefahrenen Waffenstillstand zwischen den USA und Iran sowie die Schließung der Straße von Hormus. Die Marktteilnehmer bereiten sich auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch vor.
Die Pläne für eine zweite Runde von Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran sind erneut ins Stocken geraten, nachdem US-Präsident Donald Trump die Pläne abgesagt hatte, ein Team nach Pakistan zu entsenden, um mit iranischen Vertretern zu verhandeln.
Am Montag bot Iran an, die Schließung der Straße von Hormus zu beenden, wenn die USA ihre Blockade gegen das Land aufheben und den Krieg beenden, in einem Vorschlag, der die Diskussionen über das Atomprogramm der Islamischen Republik verschieben würde. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, es sei unklar, ob Trump das Angebot zur Beendigung des zweimonatigen Krieges annehmen werde, da seine grundlegenden Forderungen unverändert blieben.
Die US-Notenbank wird voraussichtlich den Leitzins am Mittwoch zwischen 3,50 % und 3,75 % belassen. Dies könnte Jeromes Powells letzte Sitzung als Fed-Vorsitzender vor Ablauf seiner Amtszeit am 15. Mai sein.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hielt den Leitzins bei 0 %. Ziel ist es, dieses Niveau beizubehalten, um den CHF für ausländische Investoren weniger attraktiv zu machen. SNB-Präsident Martin Schlegel bekräftigte auf der Sitzung im April, dass die Bank sehr bereit ist, am Devisenmarkt zu intervenieren, indem sie Fremdwährungen kauft, um den CHF zu schwächen und die Preisstabilität zu schützen. Er fügte hinzu, dass die aktuelle Politik expansiv bleibe, um die wirtschaftliche Aktivität angesichts „tiefgreifender Unsicherheit“ zu unterstützen.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.