Das Währungspaar GBP/JPY zieht während der asiatischen Sitzung am Dienstag einige Verkäufer an und scheint vorerst eine zweitägige Gewinnserie auf den höchsten Stand seit Januar 2008, knapp über der Marke von 216,00, die am Vortag erreicht wurde, beendet zu haben. Die Kassakurse berühren ein neues Tagestief im Bereich von etwa 215,25, begleitet von einer deutlichen Nachfragebelebung nach dem japanischen Yen (JPY) nach der geldpolitischen Entscheidung der Bank of Japan (BoJ).
Wie weithin erwartet, beließ die japanische Zentralbank den kurzfristigen Zinssatz unverändert bei 0,75%. Der JPY gewinnt jedoch starke positive Dynamik als Reaktion auf eine hawkische Abstimmungsaufteilung, bei der drei Vorstandsmitglieder für eine Zinserhöhung stimmten. Darüber hinaus lieferte die BoJ einen deutlich hawkischeren Inflationsausblick angesichts erhöhter Rohölpreise und räumte ein, dass der Iran-Krieg die Wachstumsaussichten der Wirtschaft trübt.
Unterdessen erklärte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama, dass die Volatilität bei Rohöl in die Devisenmärkte einfließe und die Gesamtwirtschaft beeinträchtige. Katayama warnte zudem, dass die Behörden bereit seien, entschlossene Maßnahmen gegen spekulative Aktivitäten zu ergreifen, was Interventionserwartungen schüre und den JPY stütze. Außerdem belastet ein festerer US-Dollar (USD) das Britische Pfund (GBP), was zum intraday Rückgang des GBP/JPY-Paares beiträgt.
Ein signifikanter Rückgang des GBP scheint jedoch angesichts steigender Wetten auf zwei Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) bis Ende 2026 unwahrscheinlich. Zudem bleiben Investoren besorgt, dass die japanische Wirtschaft erheblichen Belastungen ausgesetzt sein wird, da das Risiko für die Energieversorgung aufgrund anhaltender Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus bestehen bleibt. Dies könnte wiederum das GBP/JPY-Kreuz stützen und Verluste begrenzen.
Die Bank of Japan (BoJ) hält nach jeder ihrer acht planmäßigen Sitzungen eine Pressekonferenz ab. Dabei informiert der Gouverneur der BoJ Medienvertreter und Investoren über die geldpolitischen Entscheidungen. Er erläutert die Faktoren, die die jüngste Zinsentscheidung beeinflusst haben, gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Lage, spricht über die Inflation und gibt Hinweise auf die künftige Ausrichtung der Geldpolitik. Hawkische Aussagen stärken in der Regel den japanischen Yen (JPY), während dovishe Signale ihn meist schwächen.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Di Apr. 28, 2026 06:30
Häufigkeit: Unregelmäßig
Prognose: -
Vorher: -
Quelle: Bank of Japan