Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl setzt seine Gewinne den zweiten Tag in Folge fort und wird am Dienstag während der asiatischen Handelszeiten bei rund 95,20 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise steigen, da die wichtige Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt und die Energieversorgung im Nahen Osten verknappt.
Die Ölgewinne könnten jedoch begrenzt sein, da die Märkte die Aussichten auf einen dauerhaften Waffenstillstand und eine mögliche Wiedereröffnung nach Irans neuem Vorschlag an die Vereinigten Staaten (USA) abwägen. Teheran signalisierte Berichten zufolge über Pakistan, dass die Feindseligkeiten enden könnten, wenn Washington seine Marineblockade aufhebt, die Transitregeln durch Hormus überarbeitet und Garantien gegen zukünftige militärische Aktionen gibt.
Ein US-Beamter sagte am Montag, dass Präsident Donald Trump mit Irans Vorschlag unzufrieden sei. Iranische Quellen fügten hinzu, dass Teheran sein Atomprogramm nicht ansprechen werde, bis die Feindseligkeiten beendet und die Streitigkeiten im Golfschifffahrtsbereich gelöst seien.
Der Konflikt, der sich nun im neunten Monat befindet, hat die Energiepreise nach oben getrieben und wichtige Lieferketten gestört, während die Internationale Energieagentur (IEA) vor einem möglichen Angebotschock neben Risiken einer nachlassenden Nachfrage warnt.
Trumps Haltung führt zu einer Pattsituation im Konflikt, wobei Iran die Durchflüsse durch die Straße von Hormus einschränkt, die etwa 20 % des globalen Öl- und Gasvolumens abwickelt, und die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten.
Reuters berichtete unter Berufung auf Schiffsverfolgungsdaten von erheblichen Störungen, wobei sechs iranische Tanker aufgrund der US-Blockade umkehrten. Ein LNG-Tanker, der von der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) betrieben wird, überquerte jedoch die Straße von Hormus und nähert sich Berichten zufolge Indien, wie die Daten am Montag zeigten.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.