Das Währungspaar AUD/JPY fällt während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag auf rund 114,30. Der Japanische Yen (JPY) gewinnt gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) nach der Zinssatzentscheidung der Bank of Japan (BoJ) an Stärke. Händler werden die Pressekonferenz von Gouverneur Kazuo Ueda genau beobachten, um Hinweise auf den nächsten Schritt zu erhalten.
Wie allgemein erwartet, entschied die BoJ nach Abschluss ihrer zweitägigen geldpolitischen Überprüfung am Dienstag, den kurzfristigen Zinssatz unverändert bei 0,75 % zu belassen. Laut der geldpolitischen Erklärung der BoJ wird die Zentralbank die Zinsen weiterhin entsprechend der Entwicklungen in Wirtschaft, Preisen und Finanzmärkten anheben. Es wurde erklärt, dass Löhne und Preise einem stärkeren Aufwärtsdruck ausgesetzt sein könnten, als es die Produktionslücke vermuten lässt. Die BoJ wird den Zeitpunkt und das Tempo der geldpolitischen Anpassung mit besonderem Augenmerk auf die wirtschaftlichen und preislichen Auswirkungen der Entwicklungen im Nahost-Konflikt genau prüfen.
Die Aufmerksamkeit wird sich auf die Pressekonferenz von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda richten, um weitere Hinweise auf den Zinsverlauf in Japan zu erhalten. Jegliche hawkischen Kommentare der Entscheidungsträger könnten den JPY stärken und als Gegenwind für das Währungspaar wirken.
Auf der australischen Seite wird erwartet, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) bei ihrer nächsten Sitzung am 5. Mai 2026 den Leitzins (Official Cash Rate - OCR) zum dritten Mal in Folge anhebt. Laut Reuters preisen die Märkte eine 74%ige Wahrscheinlichkeit für eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte auf 4,35 % bei der geldpolitischen Sitzung im Mai ein.
Händler werden am Mittwoch weitere Impulse aus den australischen Verbraucherpreisindex-Daten (VPI) für März ziehen. Es wird erwartet, dass der Gesamt-VPI im Jahresvergleich im März um 4,7 % steigt, verglichen mit 3,7 % im Februar. Jegliche Anzeichen einer höheren Inflation in Australien könnten den Aussie gegenüber dem JPY stärken.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.