Das Paar AUD/USD kämpft damit, aus der leichten Erholung vom Vortag aus dem Bereich von 0,7115 bzw. einem Dreitages-Tief Kapital zu schlagen, und zieht während der asiatischen Sitzung am Dienstag einige Verkäufer an. Die Kassapreise zeigen jedoch keine bärische Überzeugung und notieren derzeit um die Zone von 0,7165, ein Tagesverlust von 0,15% und weiterhin in Schlagdistanz zum höchsten Stand seit Juni 2022, der letzten Freitag erreicht wurde.
Die Anlegerstimmung bleibt an die Entwicklungen rund um den US-Iran-Konflikt gebunden, wobei die Pattsituation über die Straße von Hormus den Optimismus vor der zweiten Runde der Friedensgespräche in Pakistan dämpft. Der vorsichtige Ton bietet wiederum etwas Unterstützung für den sicheren Hafen US-Dollar (USD). Zudem beleben erhöhte Rohölpreise inflationsbedingte Sorgen und begünstigen den Greenback weiter, was als ein wesentlicher Faktor angesehen wird, der Druck auf das Paar AUD/USD ausübt.
Eine bedeutende Aufwertung des USD scheint jedoch angesichts der sinkenden Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) schwer erreichbar. Stattdessen zeigt die aktuelle Marktbewertung, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der Fed bis zum Jahresende bei etwa 45-50% liegt. Dies stellt eine erhebliche Divergenz im Vergleich zum hawkischen Ausblick der Reserve Bank of Australia (RBA) dar, was Händler davon abhalten könnte, aggressive bärische Wetten auf das Paar AUD/USD zu platzieren.
Tatsächlich bekräftigte der stellvertretende Gouverneur der RBA, Andrew Hauser, letzte Woche, dass die Zentralbank darauf fokussiert ist, einen Anstieg der mittelfristigen Inflationserwartungen zu verhindern. Die Äußerungen bestätigten Wetten auf eine weitere Straffung der RBA-Politik im Jahr 2026. Händler rechnen derzeit mit einer 65%igen Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Mai, wobei Prognosen auf einen potenziellen Höchststand von 4,85% bis Mitte 2026 hindeuten. Dies begünstigt die Bullen im AUD/USD und gebietet Vorsicht, bevor man sich auf weitere Verluste positioniert.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.