USD/JPY hält sich am Mittwoch trotz eines allgemein schwächeren US-Dollars (USD) stabil. Das Paar bleibt innerhalb einer einmonatigen Handelsspanne, da die erhöhten Ölpreise, die mit den Spannungen im Nahen Osten verbunden sind, weiterhin auf den japanischen Yen (JPY) drücken. Das Interventionsrisiko nahe der Marke von 160,00 begrenzt jedoch weitere Aufwärtsbewegungen.
Zum Zeitpunkt der Abfassung handelt USD/JPY bei rund 159,10, ein Tagesplus von fast 0,20%, womit eine zweitägige Verlustserie beendet wird.
Japans Finanzminister Katayama bekräftigte am Mittwoch nach einem Treffen mit dem US-Finanzminister Scott Bessent: „Wir werden bei Bedarf mutige Maßnahmen am Devisenmarkt ergreifen.“ Der japanische Yen stärkte sich kurzzeitig nach diesen Äußerungen, gab die Gewinne jedoch schnell wieder ab, da geopolitische Entwicklungen weiterhin die Marktstimmung dominieren.
Auf geopolitischer Ebene bleiben die Anleger vorsichtig optimistisch, dass sich die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran entschärfen könnten, da beide Seiten Bereitschaft signalisierten, die Gespräche wieder aufzunehmen. Berichten zufolge könnte eine zweite Verhandlungsrunde noch in dieser Woche stattfinden, was die Risikostimmung stützt. Dies belastete den US-Dollar und drückte die Ölpreise von den jüngsten Höchstständen nach unten.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, bewegt sich nahe 98,10, in der Nähe eines Sechswochentiefs, das am Dienstag erreicht wurde.
Dennoch bleiben die Risiken nach oben geneigt, da das Pentagon Berichten zufolge erwägt, zusätzliche Truppen in die Region zu entsenden, um den Druck auf den Iran zu erhöhen.
Gleichzeitig begrenzen die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus einen tieferen Rückgang der Rohölpreise, wodurch Inflationssorgen im Fokus bleiben. Während der jüngste Rückgang der Ölpreise den Druck auf die Zentralbanken, insbesondere die Federal Reserve (Fed), zur Straffung der Geldpolitik verringert hat, hat er auch die Erwartungen wiederbelebt, dass die US-Notenbank später in diesem Jahr noch Zinssenkungen in Betracht ziehen könnte.
Im Gegensatz dazu erschweren die erhöhten Ölpreise weiterhin die geldpolitische Perspektive der Bank of Japan (BoJ). Während sie die BoJ auf einem allmählichen Straffungspfad halten könnten, könnten höhere Energiekosten die Wachstumsaussichten Japans belasten und das Tempo der geldpolitischen Normalisierung verlangsamen.
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.