Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank und Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), sprach am Mittwoch in einem Interview mit Bloomberg. Er sagte, dass Fragen zur Straße von Hormus wesentlich sind, da wir uns zwischen dem Basisszenario und einem ungünstigen Szenario befinden.
Es gibt nicht genug Klarheit darüber, was im April passiert, wir brauchen alle Optionen.
Die Frage zur Straße von Hormus ist wesentlich, zwei Wochen können viele neue Informationen bringen.
Die Lage hat sich im Verlauf der letzten Woche etwas verbessert.
Die Inflationserwartungen sind gut verankert, aber das könnte sich noch ändern.
Wir befinden uns zwischen dem Basisszenario und dem ungünstigen Szenario.
Solange die Situation rund um Hormus nicht geklärt ist, steigt die Gefahr einer höheren Inflation."
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.