Das Paar NZD/USD gewinnt während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag an Boden und nähert sich 0,5830. Der Neuseeland-Dollar (NZD) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach einer restriktiven Pause der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ).
Wie allgemein erwartet, entschied die neuseeländische Zentralbank bei ihrer geldpolitischen Sitzung im April am Mittwoch, den Leitzins (Official Cash Rate, OCR) unverändert bei 2,25 % zu belassen. RBNZ-Gouverneurin Anna Breman erklärte während der Pressekonferenz, dass höhere Ölpreise die Kaufkraft der Haushalte und die Gewinnmargen der Unternehmen verringern, was zu einer vorsichtigen „Abwarten“-Haltung führt.
Am Donnerstag sagte Breman, dass die heimische Wirtschaft in diesem Jahr ein stärkeres Wachstum verzeichnen könnte, wenn der Konflikt im Nahen Osten schnell beigelegt wird. Sie fügte hinzu, dass die vorherigen Zinssenkungen weiterhin einen gewissen Stimulus bieten.
Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten könnten den Greenback als Währung mit sicherem Hafen unterstützen. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte am Mittwoch, dass die USA die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens verletzt hätten. Seine Äußerungen erfolgten, nachdem Israel eine groß angelegte Kampagne im Libanon gestartet hatte, bei der über 250 Menschen ums Leben kamen.
US-Präsident Donald Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärten, dass der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran keine Operationen gegen die Hisbollah im Libanon einschließe.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.