USD/CAD bleibt am siebten Tag in Folge stärker und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag um 1,3930. Das Paar hält sich, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) angesichts sinkender Ölpreise schwächelt, was auf Kanadas Status als größter Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) zurückzuführen ist.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl fällt nach vier Tagen mit Gewinnen und liegt zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei etwa 98,60 USD pro Barrel. Die Rohölpreise sinken, nachdem US-Präsident Donald Trump Berichten zufolge Bereitschaft signalisiert hat, die Iran-Kampagne zu beenden, selbst wenn die Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt. Dies verringert jedoch auch die Nachfrage nach sicheren Häfen, belastet den US-Dollar (USD) und begrenzt das Aufwärtspotenzial des USD/CAD-Paares.
Die anhaltenden US-Truppenverlegungen deuten jedoch auf gemischte Signale und anhaltende Risiken für die globalen Energieflüsse hin. Unterdessen traf Iran einen kuwaitischen Öltanker in der Nähe eines Hafens in Dubai, was die steigenden Risiken im Schiffsverkehr im Persischen Golf unterstreicht. Von Iran unterstützte Houthi-Rebellen traten ebenfalls in den Konflikt ein, indem sie am Wochenende Israel angriffen, während Teheran Berichten zufolge plant, den Verkehr im Roten Meer zu stören.
Der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, sagte am Montag in einer Harvard-Wirtschaftsklasse, dass die langfristigen US-Inflationserwartungen trotz der erhöhten Unsicherheit im Nahen Osten gut verankert bleiben. Er fügte hinzu, dass die aktuelle geldpolitische Haltung der Fed den Entscheidungsträgern Zeit gibt, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts zu bewerten.
Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, erklärte am Montag, dass die Geldpolitik gut auf ungewöhnliche Umstände vorbereitet sei, und sagte gegenüber Reuters, dass der Arbeitsmarkt weiterhin gemischte Signale sende.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.