Das Paar AUD/USD beendet seine fünf Tage andauernde Verlustserie und notiert während der asiatischen Handelszeit am Dienstag um 0,6860. Das Paar steigt, da der Australische Dollar (AUD) nach der Veröffentlichung der Protokolle der März-Sitzung der Reserve Bank of Australia Unterstützung erhält.
Die RBA-Protokolle zeigten, dass sich die Vorstandsmitglieder darauf einigten, dass wahrscheinlich weitere Straffungen erforderlich sein werden, jedoch uneinig über das Timing waren. Ölpreise nahe 100 USD pro Barrel werden als fähig angesehen, den Verbraucherpreisindex (CPI) im Juniquartal auf etwa 5 % anzuheben, wobei die Mehrheit besorgt ist, dass die Inflationserwartungen ohne rasches Handeln entankert werden könnten.
Die Kredite des privaten Sektors in Australien stiegen im Februar im Monatsvergleich (MoM) um 0,6 %, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem zehnmonatigen Tiefstwert von 0,5 % im Vormonat darstellt und den Markterwartungen entspricht. Auf Jahresbasis stiegen die Kredite des privaten Sektors von 7,7 % im Januar auf 7,8 %.
Das Paar AUD/USD gewinnt auch aufgrund eines schwächeren US-Dollars (USD) nach fünf aufeinanderfolgenden Gewinntagen an Wert. Allerdings könnte der Greenback angesichts der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen im Zusammenhang mit den eskalierenden Spannungen im Nahen Osten wieder an Stärke gewinnen, was auch Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf Inflation und Wirtschaftswachstum schürt.
Der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, stellte am Montag jedoch fest, dass die langfristigen US-Inflationserwartungen trotz der erhöhten Unsicherheiten im Nahen Osten gut verankert bleiben, und betonte, dass die geldpolitische Haltung der Federal Reserve es den Entscheidungsträgern ermöglicht, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts zu bewerten.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.