Das Paar USD/JPY konsolidiert sich während der asiatischen Sitzung am Donnerstag um die Mitte der 159,00er-Marke und bleibt in Schlagdistanz zu seinem höchsten Stand seit Juli 2024, der Anfang dieses Monats erreicht wurde.
Der japanische Yen (JPY) zeigt weiterhin eine relative Underperformance angesichts der Befürchtungen, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise die Handelsbilanz Japans und die wirtschaftlichen Aussichten belasten wird. Darüber hinaus würde ein anhaltender Anstieg der Ölpreise die Inflation antreiben und ein klassisches stagflationäres Umfeld schaffen, was die Normalisierungsbemühungen der Bank of Japan (BoJ) erschwert. Dies wirkt zusammen mit der zugrundeliegenden bullishen Stimmung für den US-Dollar (USD) als Rückenwind für das Paar USD/JPY.
Der iranische Außenminister erklärte am Mittwoch, dass Teheran einen US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges prüft, jedoch keine Absicht habe, Gespräche zur Beilegung des sich ausweitenden Nahostkonflikts zu führen. Zudem deutet die Entsendung zusätzlicher US-Truppen in die Region auf das Risiko einer weiteren Eskalation des Konflikts hin und überschattet die Waffenstillstands-Rhetorik von US-Präsident Donald Trump. Abgesehen davon profitieren hawkische Erwartungen an die US-Notenbank (Fed) den USD und stützen das Paar USD/JPY.
Tatsächlich haben Händler die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen durch die Fed nahezu ausgeschlossen und erhöhen schnell die Wetten auf eine Zinserhöhung bis Ende dieses Jahres. Der hawkische Ausblick zusammen mit anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten stützt den Status des USD als globale Reservewährung und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar USD/JPY nach oben führt. Interventionsängste halten jedoch die JPY-Bären davon ab, neue Wetten abzuschließen, und begrenzen den Aufwärtstrend bei den Kassakursen.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.