Das Paar AUD/USD steigt am Donnerstag um rund 0,47%, da der US-Dollar trotz der Verschiebung der Fed-Zinssenkungen bis 2027 schwächer wird, während die US-Rohölpreise um 4,21% nachgeben, was Gegenwind für den Dollar bedeutet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar um 0,7050.
Das technische Bild zeigt eine gewisse Konsolidierung, wobei AUD/USD leicht nach oben geneigt ist, da die Marktstruktur eine stetige, aufeinanderfolgende Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs offenbart. Die Struktur wäre aufgehoben, wenn das Paar unter das Tagestief vom 3. März bei 0,6944 fällt, was den Weg für weitere Abwärtsbewegungen öffnen könnte.
Das Momentum, dargestellt durch den Relative Strength Index (RSI), bleibt bullish, jedoch bestehen Abwärtsrisiken.
Wenn AUD/USD über 0,7100 ausbricht, wäre der nächste interessante Bereich das Hoch vom 18. März bei 0,7123, gefolgt vom Jahreshöchst bei 0,7187. Danach liegt 0,7200 an.
Umgekehrt ist bei einem Rückgang unter den 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 0,6981 mit einem Test von 0,6944 vor 0,6900 zu rechnen.

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.