Das Paar USD/CHF notiert im frühen europäischen Handel am Mittwoch im negativen Bereich nahe 0,7730. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) ab, nachdem US-Präsident Donald Trump am Mittwoch seine jährliche Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress gehalten hat. Die Berichte zum Schweizer Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal und zum US-Erzeugerpreisindex (EPI) für Januar werden am Freitag die Höhepunkte sein.
Trump sagte am Mittwoch, dass er einen "Wandel für die Geschichtsbücher" überwacht habe und lobte seine wirtschaftlichen Erfolge, wobei er sich auf die niedrigere Inflation konzentrierte. Er erklärte, dass seine Regierung Anstrengungen unternommen habe, um die illegale Einwanderung und den Fentanyl-Schmuggel über die Grenze zu stoppen. Der US-Präsident stellte fest, dass "einer der Hauptgründe für den wirtschaftlichen Wandel in den USA die Zölle sind" und fügte hinzu, dass das Urteil des Obersten Gerichtshofs zu den Zöllen "unglücklich" war.
Dennoch ging Trump weiter und lobte seine neuen globalen Zölle von 15 % gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes. Er erklärte: "Sie sind ein wenig komplizierter, aber wahrscheinlich besser und führen zu einer Lösung, die noch stärker sein wird als zuvor." Die Ungewissheit rund um die US-Zölle könnte kurzfristig auf den Greenback drücken.
Händler werden die Entwicklungen rund um die Spannungen zwischen den USA und dem Iran vor den Nukleargesprächen am Donnerstag in Genf genau beobachten. Die US-Botschaft im Libanon evakuierte am Montag "Dutzende ihrer Mitarbeiter" als Vorsichtsmaßnahme angesichts der erwarteten regionalen Entwicklungen. Jegliche Anzeichen für steigende Spannungen zwischen den USA und dem Iran könnten die Zuflüsse in sichere Häfen verstärken und den Schweizer Franken unterstützen. Positive Entwicklungen nach den Nukleargesprächen könnten jedoch geopolitische Risiken verringern und auf den CHF drücken.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.