Das Paar USD/CAD wird im frühen asiatischen Handel am Dienstag im negativen Bereich nahe 1,3660 gehandelt. Eine weitere US-Regierungsstilllegung könnte den US-Dollar (USD) gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) untergraben. Dennoch könnte der Abwärtstrend des Paares aufgrund positiver US-Wirtschaftsdaten begrenzt sein.
US-Präsident Donald Trump forderte am Montag das Repräsentantenhaus auf, die teilweise Regierungsstilllegung zu beenden. Weder die Republikaner noch die Demokraten schienen jedoch bereit zu sein, das von ihm mit dem Senat ausgehandelte Finanzierungspaket zu genehmigen, ohne zuvor ihre eigenen Forderungen bezüglich der Einwanderungsvollzugsmaßnahmen zu debattieren. Das Bureau of Labor Statistics (BLS) hat die Datenerhebung und -verarbeitung ausgesetzt, was den Januar-Arbeitsmarktbericht und andere wichtige Wirtschaftsdaten verzögern wird.
Die US-Industrieproduktion expandierte im Januar so stark wie seit 2022 nicht mehr, was den Greenback gegenüber dem CAD stärken könnte. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in den USA stieg im Januar von 47,9 im Dezember auf 52,6, so das Institute for Supply Management (ISM). Diese Zahl lag über dem Marktkonsens von 48,5.
"Die inländische Geschichte aus den USA war auch unterstützend für den Dollar in Bezug auf die große Überraschung vom ISM," sagte Rodrigo Catril, Devisenstratege bei der National Australia Bank.
Was den Loonie betrifft, so ließ die Bank of Canada (BoC) den Leitzins bei ihrer Sitzung im Januar unverändert bei 2,25%. Dies war die zweite aufeinanderfolgende Sitzung, in der die Zinsen stabil blieben. Während der Pressekonferenz betonte BoC-Gouverneur Tiff Macklem die erhöhte Unsicherheit aufgrund unvorhersehbarer US-Handelspolitiken, geopolitischer Risiken und der bevorstehenden Überprüfung des Kanada-US-Mexiko-Abkommens (CUSMA). Anhaltende Bedenken hinsichtlich der US-Handelspolitik und der bevorstehenden CUSMA-Überprüfung könnten den CAD nach unten ziehen und dem Paar Rückenwind verleihen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.