Das Paar USD/CHF erholt sich am Freitag während der frühen europäischen Sitzung auf etwa 0,7685, gestützt durch eine erneute Nachfrage nach dem US-Dollar (USD). US-Präsident Donald Trump und die Senate-Demokraten haben einen Deal geschlossen, um eine Schließung der US-Regierung zu vermeiden, was den Greenback gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) unterstützt. Die US-Daten zum Erzeugerpreisindex (PPI) für Dezember werden später am Freitag im Fokus stehen.
Der US-Senat könnte bereits am Donnerstagabend über ein Finanzierungspaket für die Regierung abstimmen, nachdem die Demokraten einen Deal mit US-Präsident Donald Trump erzielt haben, um den Haushaltsentwurf für das gesamte Jahr für das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) zu streichen. Der USD legt nach dieser Schlagzeile leicht zu. Es ist jedoch unklar, wie schnell das Repräsentantenhaus diese Finanzierungsgesetze nach der Verabschiedung durch den Senat bearbeiten kann und wird. Die Frist für die Schließung endet am Freitag um Mitternacht.
Händler werden die Entwicklungen rund um Trumps Fed-Vorsitz-Kandidatur am Freitag genau beobachten. Der US-Präsident sagte am späten Donnerstag, dass er am Freitagmorgen seine Wahl zur Nachfolge von Jerome Powell als Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) bekannt geben wird. Der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh wird nach einem berichteten Treffen mit Trump im Weißen Haus zunehmend als Favorit angesehen.
Andererseits könnten erneute Bedenken hinsichtlich politischer Unsicherheit in den Vereinigten Staaten (US) oder steigende geopolitische Spannungen sichere Häfen wie den Schweizer Franken begünstigen und Gegenwind für das Paar erzeugen.
Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, weist darauf hin, dass, wenn der CHF weiterhin aufwertet, der Druck auf die Zentralbank steigen könnte. Analysten glauben, dass die SNB wahrscheinlich einen vorsichtigen Ansatz verfolgen und auf neue Inflationsprognosen warten wird, bevor sie eine politische Anpassung in Betracht zieht, während sie eine Rückkehr zu negativen Zinsen vorerst ausschließt.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.