Das Paar NZD/USD zieht während der frühen europäischen Sitzung am Freitag einige Käufer in der Nähe von 0,5755 an. Allerdings könnte das Aufwärtspotenzial für das Paar kurzfristig begrenzt sein, nachdem positive US-Wirtschaftsdaten die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) nach hinten verschoben haben.
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zeigten, dass die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 9.000 auf saisonbereinigte 198.000 für die Woche bis zum 10. Januar gesunken sind. Diese Zahl lag unter dem Marktkonsens von 215.000 und war niedriger als in der Vorwoche mit 207.000 (revidiert von 208.000).
Der Greenback erhält Unterstützung durch die besser als erwarteten Daten zu den US-Arbeitslosenanträgen, was die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed in den nächsten Monaten stärkt. Die Analysten von Morgan Stanley haben ihre Wetten auf Zinssenkungen auf Juni und September verschoben, von Januar und April.
Auf der anderen Seite könnten Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed den USD belasten und als Rückenwind für das Paar wirken. US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, dass er keine Pläne habe, Powell zu entlassen, trotz der strafrechtlichen Untersuchung des Justizministeriums gegen den Fed-Vorsitzenden, aber es sei "zu früh", um zu sagen, was er letztendlich tun würde.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) deutete an, dass dies das Ende des Lockerungszyklus sein könnte, wobei die Prognose darauf hindeutet, dass der Leitzins (OCR) bis 2026 unverändert bleiben könnte. RBNZ-Gouverneur Christian Hawkesby erklärte jedoch, dass die Zentralbank "volle Flexibilität" behält und erneut senken könnte, wenn die Wirtschaft schwächelt.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.