Amazon stellt sich gegen die geplante Insolvenzfinanzierung des Luxuswarenhauskonzerns Saks Global und hat dazu einen Antrag bei einem US-Bundesgericht eingereicht. Der Technologiekonzern sieht durch die vorgesehenen Kreditlinien seine wirtschaftlichen Interessen erheblich beeinträchtigt.
Hintergrund ist der Antrag von Saks auf Gläubigerschutz nach Chapter 11. Amazon kritisiert, dass der Einzelhändler seit dem Einstieg des Konzerns erhebliche Mittel verbraucht und vertragliche Zusagen aus einer strategischen Partnerschaft nicht eingehalten habe. Amazon hatte sich Ende 2024 im Zuge der Übernahme von Neiman Marcus mit 475 Millionen Dollar an Saks beteiligt. Die Transaktion hatte ein Gesamtvolumen von 2,7 Milliarden Dollar.
Teil der Vereinbarung war der Aufbau eines eigenen Luxus-Onlineshops auf der Plattform von Amazon sowie eine langfristige Regelung zu Vermittlungsgebühren für über Amazon verkaufte Saks-Produkte. Diese sollte dem Onlinehändler über mehrere Jahre garantierte Einnahmen sichern.
Nach Darstellung Amazons würde die nun geplante Debtor-in-Possession-Finanzierung einzelne Unternehmensteile zusätzlich verschulden und die Position Amazons in der Gläubigerstruktur weiter schwächen. Damit sinke die Aussicht, eingesetztes Kapital zumindest teilweise zurückzuerhalten. Der Konzern hält sich weitere rechtliche Schritte offen, sollte keine Anpassung des Plans erfolgen.
Das zuständige Insolvenzgericht in Houston hat Saks zunächst den Zugriff auf eine Notfinanzierung von 1,75 Milliarden Dollar gestattet. Nach Angaben des Unternehmens wäre ohne diese Mittel eine sofortige Abwicklung unausweichlich gewesen. Über die Einwände Amazons ist noch nicht entschieden.
Neben Amazon hatten sich im Zuge der Neiman-Übernahme weitere Technologieunternehmen an Saks beteiligt. Dazu zählt auch Salesforce, das bislang keine Position zu dem laufenden Insolvenzverfahren bezogen hat.