TradingKey - Nvidia (NVDA) gab kürzlich bekannt, dass das Unternehmen mit australischen Cloud-Computing- und Rechenzentrumsunternehmen wie Firmus, CDC, NEXTDC und AirTrunk zusammenarbeiten wird, um bis 2027 eine KI-Rechenzentrumskapazität von bis zu 2 GW aufzubauen. Das Projekt wird die DSX-Plattform von Nvidia nutzen, wobei die Partner für den Bau und Betrieb der Rechenzentren verantwortlich sind, während Nvidia GPU-Computing, Netzwerktechnik, Software und die gesamte KI-Infrastrukturtechnologie bereitstellt.
Australiens derzeitige Rechenzentrumskapazität liegt bei etwa 1,6 GW. Wenn der neue Plan vollständig umgesetzt wird, würde sich die bestehende Kapazität mehr als verdoppeln. Nvidia gab an, dass die zusätzliche Infrastruktur lokalen australischen Unternehmen, KI-Start-ups, Universitäten und Forschungseinrichtungen dienen und gleichzeitig die Nachfrage nach KI-Rechenleistung in der Asien-Pazifik-Region sowie weltweit decken wird.
Australien ist nicht der einzige Markt, in dem Nvidia kürzlich seine KI-Infrastruktur im großen Stil ausgebaut hat; zu den weiteren gehören Südkorea, Japan und Europa.
Im Juli dieses Jahres kündigten Nvidia und die SK Group einen langfristigen KI-Partnerschaftsplan von über 500 Milliarden US-Dollar an. Im Rahmen dieser Partnerschaft plant SK Telecom den Bau eines 2-GW-KI-Rechenzentrums unter Verwendung von Nvidia-Vera-Rubin-Chips und HBM4 von SK Hynix, dessen Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen ist. Zudem plant Nvidia die Investition von 1 Milliarde US-Dollar für den Erwerb einer Beteiligung an Naver, das gemeinsam mit Brookfield das Sejong-KI-Rechenzentrum in Südkorea ausbaut, mit dem Ziel von 200 MW bis 2028.
In Japan gab Nvidia im Juli dieses Jahres eine Partnerschaft mit dem staatlich unterstützten Unternehmen Noetra bekannt, um eine nationale Infrastruktur für physische KI aufzubauen. Geplant ist der Einsatz von 27.500 Rubin-GPUs und 13.750 Vera-CPUs bei einer Rechenzentrumskapazität von rund 140 MW. Das Projekt wird in erster Linie Anwendungen der physischen KI wie Robotik, Fertigung, Logistik und das Gesundheitswesen bedienen; der Baubeginn wird für 2027 und die Inbetriebnahme für 2028 erwartet.
In Europa treibt Nvidia gemeinsam mit Partnern wie CoreWeave, Microsoft und Nscale den Bau von KI-Fabriken im Vereinigten Königreich voran. Geplant ist der Einsatz von rund 120.000 Blackwell-Ultra-GPUs, wobei sich die Gesamtinvestitionen in britische Rechenzentren auf bis zu 11 Milliarden Britische Pfund belaufen. Unterdessen treibt das Unternehmen auch Infrastrukturen für souveräne KI und industrielle KI in Frankreich, Deutschland und Italien voran. Das deutsche Projekt sieht den Einsatz von etwa 10.000 Blackwell-GPUs für Fertigungssimulationen, digitale Zwillinge und Robotik-Szenarien vor.
Für Nvidia erweitert sich die Kundenbasis mit dem Eintritt von Chips der nächsten Generation wie Rubin in den Einsatzzyklus von großen US-Cloud-Hyperscalern hin zu ausländischen Regierungen, Telekommunikationsunternehmen, Rechenzentrumsbetreibern und lokalen Cloud-Diensteanbietern. Wenn sich der weltweite Aufbau von „souveräner KI“ und KI-Rechenzentren weiter beschleunigt, stammt Nvidias nächste Wachstumsdynamik möglicherweise nicht mehr nur aus Chip-Upgrades, sondern vielmehr aus dem kontinuierlichen Ausbau der globalen KI-Infrastrukturkapazitäten.