USD/IDR legt nach zwei Tagen mit Verlusten zu und notiert am Donnerstag in den frühen europäischen Handelsstunden bei rund 17.570. Das Paar gewinnt an Aufwärtsdynamik, da die indonesische Rupiah (IDR) unter Druck durch die erhöhten Ölpreise steht, die angesichts des Status Indonesiens als Netto-Ölimporteur die fiskalischen Bedingungen belasten.
Zur Stützung der inländischen Widerstandsfähigkeit stiegen die Einzelhandelsumsätze im Juli im Jahresvergleich um 1,1% und erholten sich damit von einem Rückgang um 3,0% im Juni. Diese Erholung wurde vor allem durch stärkere jährliche Umsätze bei Lebensmitteln, Getränken, Tabakwaren und anderen Waren getragen, obwohl die monatlichen Umsätze aufgrund der Normalisierung der Nachfrage nach den Feiertagen um 0,1% zurückgingen.
Weitere Gewinne für das Währungspaar USD/IDR könnten jedoch durch einen schwächeren US-Dollar (USD) begrenzt werden. Nach einer jüngsten Reuters-Umfrage erwarten die meisten Ökonomen, dass die Federal Reserve die Zinsen bis zum Jahresende unverändert lässt. Während die jüngsten Wirtschaftsdaten weiterhin stark ausgefallen sind, beobachten Marktteilnehmer die bevorstehenden Berichte zum US-Erzeugerpreisindex und Verbraucherpreisindex genau, um vor der Fed-Sitzung in der kommenden Woche wichtige Hinweise auf die künftige Geldpolitik zu erhalten.
Analysten der Deutschen Bank weisen darauf hin, dass sich der Ausverkauf von US-Staatsanleihen nach der jüngsten offiziellen Ankündigung verschärft hat, wobei Treasuries "weitere Verluste verzeichneten, nachdem das US-Finanzministerium bestätigt hatte, dass es Anleihen mit längeren Laufzeiten im Umfang von bis zu 6 Mrd. US-Dollar zurückkaufen werde", eine Größenordnung, die "unter einigen Schätzungen lag." Die Bank geht davon aus, dass das kleiner als erwartete Rückkaufprogramm den Aufwärtsdruck auf die Renditen verstärkt hat, da Anleger das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage am langen Ende der Kurve neu bewerteten.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.