TradingKey – Stand 17. August US-Ostküstenzeit stieg Micron Technology (MU) im Tagesverlauf um 4,13 % und schloss bei 1.011,75 US-Dollar, womit die Aktie die Marke von 1.000 US-Dollar zurückeroberte. Seit dem Tiefststand von 737,88 US-Dollar am 29. Juli hat sich der Aktienkurs von Micron um rund 37 % erholt, weist jedoch gegenüber dem Allzeithoch von 1.254,80 US-Dollar vom 25. Juni weiterhin ein Aufwärtspotenzial von etwa 20 % auf.
Vor Kurzem gab das Management von Micron eine relativ positive Einschätzung der Angebots- und Nachfragedynamik auf dem Speichermarkt ab.
Auf dem KeyBanc Technology Leadership Forum erklärte der Chief Commercial Officer von Micron, dass die KI-getriebene Speichernachfrage rasant wachse und die Versorgungslage im Jahr 2027 noch angespannter sein könnte als 2026, wobei Versorgungsengpässe möglicherweise über 2027 hinaus anhalten.
Der Hauptgrund dafür liegt bei den KI-Servern. KI-Server benötigen nicht nur enorme Mengen an HBM, sondern auch mehr konventionellen DRAM. Noch
wichtiger ist, dass HBM selbst mehr Wafer-Kapazität verbraucht. Laut Angaben von Micron verbraucht die Produktion von 1 Bit HBM3E etwa die gleiche Wafer-Kapazität wie die Produktion von 3 Bit herkömmlichem DDR-Speicher. Dies bedeutet, dass das Angebot an Standard-DRAM weiter verknappt wird, wenn die Speicherhersteller dem margenstärkeren HBM mehr Kapazität zuweisen.
Unter Berufung auf Prognosen von TrendForce erklärte die Bank of America, dass die Preise für Server-DRAM im dritten Quartal 2026 voraussichtlich um etwa 13 % bis 18 % gegenüber dem Vorquartal steigen werden. Vor Kurzem prognostizierte auch SanDisk, dass die DRAM- und NAND-Preise im dritten und vierten Quartal noch erhebliches Steigerungspotenzial haben, was die Erwartungen des Marktes an die Dauer des Ertragsaufschwungs im gesamten Speichersektor untermauert.
Für den Aktienkurs von Micron gilt, dass Speicherhersteller über einen hohen operativen Hebel verfügen. Das bedeutet, dass sich zusätzliche Umsätze bei steigenden Produktpreisen schnell in Brutto- und Nettogewinn niederschlagen. Solange das Angebot an DRAM und HBM knapp bleibt, könnten die EPS-Prognosen des Marktes für Micron in den kommenden Quartalen weiter nach oben korrigiert werden, was der Aktie fundamentale Unterstützung bietet, um ihre früheren Höchststände erneut zu testen. Sollten umgekehrt neue Kapazitäten früher als erwartet in Betrieb genommen werden und sich der Preisanstieg bei DRAM rasch verlangsamen, könnte die Aktie erneut von der Sorge vor einem zyklischen Höhepunkt belastet werden.

Tageschart des Aktienkurses von Micron, Quelle: TradingView
Ein Blick auf den Tageschart der Micron-Aktie zeigt, dass die Kursbewegung von der Korrekturphase zwischen Juni und Anfang August in eine deutliche Erholungsphase übergegangen ist. Nachdem der Aktienkurs zudem die Marke von 1.000 US-Dollar zurückerobert und das Erholungshoch von 1.011,77 US-Dollar vom 23. Juli überschritten hat, wurde die bullische Dynamik am Markt weiter verstärkt.
Derzeit hat der Aktienkurs das 0,236-Fibonacci-Retracement-Niveau von 1.030 US-Dollar nahezu erreicht. Obwohl er im Tagesverlauf bis auf 1.036,13 US-Dollar stieg, blieb der Schlusskurs unter 1.030 US-Dollar, was zeigt, dass dieses Niveau einen gewissen Widerstand ausübt. Gelingt dem Aktienkurs ein dynamischer Ausbruch und eine Konsolidierung oberhalb dieses Niveaus, eröffnet sich weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung des Allzeithochs von 1.255 US-Dollar.
Auf der Unterseite ist die Marke von 1.000 US-Dollar die maßgebliche Unterstützung. Sollte diese Marke nicht halten, wird der Aktienkurs kurzfristig in eine Seitwärtskonsolidierung übergehen und könnte die Unterstützung im Bereich von 930–900 US-Dollar testen. Setzt sich der Rückgang fort, könnte er weiter in Richtung von etwa 820 US-Dollar fallen.