Tradingkey - Am 10. August ostamerikanischer Zeit verstärkten sich die Sorgen des Marktes über Unterbrechungen der Rohölversorgung, angetrieben durch die Unsicherheit über die Aussichten auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus und die anhaltenden Sicherheitsspannungen im Nahen Osten. Dies stützte die Risikoprämie für die internationalen Ölpreise und ließ sie kräftig steigen.
Bis Redaktionsschluss stieg WTI-Rohöl ( USOIL) um 3,49 % auf 80,91 US-Dollar; Brent-Rohöl ( UKOIL) stieg um über 3 % auf 86,75 US-Dollar.

Quelle: FutuBull
Der Iran hat kürzlich die Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus weiter verschärft. Zolghadr, politischer Berater des obersten Führers des Iran, erklärte, dass die USA die Seeblockade iranischer Häfen aufheben, die um den Iran stationierten Streitkräfte abziehen, Sanktionen aufheben, eingefrorene Vermögenswerte freigeben und Kriegsschäden ausgleichen müssten. Zudem forderte der Iran, dass die USA ihre Militäroperationen gegen den Iran und seine regionalen Verbündeten einstellen und jegliche Drohungen gegen das Land unterlassen.
Dies bedeutet, dass selbst wenn der Iran und der Oman eine Einigung über die technischen und rechtlichen Regelungen für eine temporäre Schifffahrtsroute erzielen können, die vollständige Wiederaufnahme des normalen Schiffsverkehrs durch die Meerenge weiterhin von tiefer gehenden politischen und sicherheitspolitischen Manövern zwischen den USA und dem Iran abhängt. Der Markt befürchtet, dass sich Verhandlungsfortschritte nicht so rasch in stabilen und nachhaltigen Transportkapazitäten für Rohöl niederschlagen könnten.
US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, die USA würden die Entwicklungen derzeit mit Zurückhaltung beobachten, da er davon ausgehe, dass der starke wirtschaftliche Druck den Iran zu einer Abschwächung seiner Haltung bewegen könnte. Trump wies darauf hin, dass sich die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran nach wie vor in einem „halbaktiven Zustand“ befinden und die USA die Inflation sowie die Haushalts- und Wirtschaftslage des Irans genau verfolgen. Auch US-Vizepräsident JD Vance erwähnte, dass bei den Verhandlungen gewisse Fortschritte erzielt wurden, es jedoch unklar bleibt, ob der Iran Bedingungen vorschlagen kann, die die USA zufriedenstellen.
Unterdessen haben sich die Sicherheitsrisiken für die Energieinfrastruktur im Nahen Osten nicht gelegt. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen behauptete, einen Drohnenangriff auf die Jazan-Raffinerie von Saudi Aramco durchgeführt zu haben. Das saudische Energieministerium hatte zuvor bestätigt, dass in der Anlage ein Brand ausgebrochen war, der jedoch ohne Personenschäden gelöscht werden konnte; der Vorfall wird derzeit untersucht. Die Jazan-Raffinerie verfügt über eine Rohölverarbeitungskapazität von 400.000 Barrel pro Tag, und ihr Sicherheitsstatus steht im Fokus des Marktes.