TradingKey – Am 7. August asiatisch-pazifischer Zeit blickte der Analyst von Morgan Stanley ( MS), Shawn Kim, in seinem neuesten Research-Bericht zur Speicherindustrie optimistisch auf SK Hynix ( SKHY) und Samsung Electronics.
Kim ist der Ansicht, dass sich die schärfste Korrektur auf dem Speichermarkt in dieser Runde ihrem Ende nähert und die aktuellen Bewertungen eine „attraktive taktische Einstiegsgelegenheit“ bieten. Er beließ die Kursziele für SK Hynix und Samsung Electronics unverändert bei 2,6 Millionen koreanischen Won (entspricht etwa 1.834 US-Dollar) beziehungsweise 375.000 koreanischen Won.
Basierend auf den Schlusskursen vom 7. August schloss SK Hynix bei 1,422 Millionen koreanischen Won und Samsung Electronics bei 231.000 koreanischen Won, was für beide Unternehmen ein Aufwärtspotenzial von über 60 % im Vergleich zu ihren Kurszielen bedeutet.
Obwohl die Kursziele nicht angepasst wurden, änderten sich die Gewinnprognosen. Morgan Stanley hob seine Schätzung für den Gewinn je Aktie (EPS) für das Geschäftsjahr 2026 für SK Hynix um 13 % an, während die Prognose für Samsung Electronics aufgrund der Schwäche im Geschäft mit Unterhaltungselektronik um 10 % gesenkt wurde.
Rückblickend erlebte der Speichersektor im Juli eine Phase starker Volatilität. Morgan Stanley had am Anfang des Monats gewarnt, dass die Rallye bei den DRAM-Preisen kurz vor ihrem Höhepunkt stehe, was in Verbindung mit einer übermäßig konzentrierten Marktpositionierung eine kurzfristige Korrektur auslösen könnte.
Diese Einschätzung bestätigte sich in der Folge, als der Korea Composite Stock Price Index (KOSPI) und die beiden Speichergiganten allesamt irrationale Abverkäufe erlitten. Im gesamten Monat Juli brach der KOSPI-Index um über 20 % ein, SK Hynix stürzte um fast 33 % ab und Samsung Electronics verlor ebenfalls rund 16,5 %.
Kim glaubt nun jedoch, dass die pessimistischste Phase überstanden sein könnte. Der Bericht wies darauf hin, dass die aktuellen Bewertungen von Speicheraktien bei etwa dem 3-Fachen der erwarteten Gewinne für die nächsten 12 Monate liegen, wodurch so gut wie keine langfristige Wachstumsprämie eingepreist ist. Er beschrieb diese Korrektur als eine "kleine Welle im KI-Superzyklus" und erwartet, dass das Gewinnwachstum beider Unternehmen bis 2027 25 % bis 50 % erreichen wird.

[Quelle: Morgan Stanley, Wall Street CN]
Morgan Stanley ist der Ansicht, dass sich die aktuelle KI-getriebene Speichernachfrage deutlich von traditionellen Zyklen unterscheidet. Der Bericht stellte fest, dass der Anstieg der DRAM-Preise im Jahresvergleich in dieser Runde zeitweise 700 % erreichte. Dies ist nicht nur weitaus höher als in mehreren historischen Aufwärtszyklen des Speichermarktes, sondern hielt auch länger an, was zeigt, dass die durch den Aufbau von KI-Servern getriebene Nachfrage stärkere strukturelle Merkmale aufweist. Da HBM zu einer unverzichtbaren Komponente der KI-Recheninfrastruktur wird, entwickelt sich das DRAM-Angebot allmählich auch zu einem zentralen Engpass in der Wertschöpfungskette der Branche.
Darüber hinaus verschiebt sich auch der Fokus des Marktes. Der Bericht wies darauf hin, dass in der nächsten Phase voraussichtlich Aktienrückkäufe, der freie Cashflow und langfristige Liefervereinbarungen zu Treibern für den Aktienkurs werden, anstatt sich ausschließlich auf die Entwicklung der DRAM-Preise zu konzentrieren.
Obwohl der Markt hinsichtlich der Aussichten für die Speicherbranche weiterhin gespalten ist, haben mehrere Wall-Street-Häuser kürzlich damit begonnen, positive Signale zu senden. Darunter hielt JPMorgan ( JPM) entschieden an seiner optimistischen Einschätzung fest und bezeichnete die jüngste Kurskorrektur als hervorragende Gelegenheit zum "Kauf im Tief" (Buy the Dip); die Bank of America charakterisierte die Entwicklung der Branche weiterhin als "KI-Superzyklus" und nahm ebenfalls eine ausgesprochen bullishe Haltung ein.
Für Anleger lautet die Kernbotschaft von Shawn Kims Bericht, dass sich die schärfste Korrektur in der Speicherbranche ihrem Ende nähert und die Veränderungen bei der Geschäftsentwicklung und der Stimmung in den nächsten Wochen ein entscheidendes Zeitfenster sein werden, um diese Einschätzung zu bestätigen.