Meta steigt vorbörslich um 4 %, Muse Spark 1.1-Release stärkt KI-Narrativ, EU-Vorwürfe wegen süchtig machenden Designs schwelen gleichzeitig weiter

Quelle Tradingkey

TradingKey – Am 10. Juli US-Ostküstenzeit verzeichnete Meta Platforms ( META) im vorbörslichen Handel zeitweise einen Zuwachs von mehr als 4 %. Bei Redaktionsschluss notierte die Aktie vorbörslich bei rund 655,45 US-Dollar. Am Vortag hatte Meta mit einem Plus von 4,7 % geschlossen.

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[Quelle: Futu]

Der vorbörsliche Kursanstieg war vor allem auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zurückzuführen. Am 9. Juli veröffentlichte Meta Muse Spark 1.1, das von Metas Chief AI Officer Alexandr Wang als das „bislang leistungsstärkste Modell des Unternehmens im Bereich der intelligenten Agenten und der Programmierung“ bezeichnet wurde. Die API-Preise für dieses Modell liegen bei 1,25 US-Dollar pro Million Input-Token und 4,25 US-Dollar pro Million Output-Token. Dies ist deutlich günstiger als die Preise für GPT-5.5 von OpenAI und Claude Opus 4.8 von Anthropic, was bei Investoren positive Erwartungen hinsichtlich der kommerziellen Aussichten der KI-Technologie weckte.

Wie Reuters berichtet, plant Meta für September den Beginn der Serienproduktion seines selbst entwickelten KI-Chips mit dem Codenamen „Iris“, der in Zusammenarbeit mit Broadcom ( AVGO) entwickelt wurde und von TSMC ( TSM) gefertigt wird, um die Abhängigkeit von Nvidia ( NVDA) GPUs zu verringern. Meta plant, in diesem Jahr eine Recheninfrastruktur von 7 Gigawatt bereitzustellen, wobei sich die Investitionen in die KI-Infrastruktur auf bis zu 145 Milliarden US-Dollar belaufen könnten. Unterdessen kündigte Meta vor Kurzem eine Investition von über 13 Milliarden kanadischen Dollar (ca. 9,1 Milliarden US-Dollar) an, um ein ausländisches KI-Rechenzentrum in der kanadischen Provinz Alberta mit einer installierten Leistung von 1 Gigawatt zu errichten.

Unterdessen hat die Europäische Kommission am 10. Juli vorläufige Untersuchungsergebnisse veröffentlicht, wonach Funktionen wie unendliches Scrollen (Infinite Scroll), automatische Wiedergabe (Autoplay), Push-Benachrichtigungen und hochgradig personalisierte Empfehlungssysteme auf Metas Plattformen Instagram und Facebook gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act) verstoßen. Sie kam zu dem Schluss, dass diese ein „suchtförderndes Design“ darstellen und die Risiken solcher Designs für die physische und psychische Gesundheit der Nutzer, insbesondere von Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen, nicht vollständig bewertet wurden.

Die Europäische Kommission erklärte, dass Metas aktuelle Abhilfemaßnahmen die Risiken suchterzeugender Funktionen nicht wirksam angehen. Sie forderte Meta auf, das Design von Instagram und Facebook anzupassen. Dazu gehört die standardmäßige Deaktivierung zentraler Suchtfunktionen wie Autoplay und unendliches Scrollen, die Einführung wirksamer Mechanismen für Pausen bei der Bildschirmzeit sowie die Anpassung der Empfehlungssysteme, um die Abhängigkeit von der Nutzeraktivität zu verringern. Sollte Meta die entsprechenden Änderungen nicht umsetzen, droht dem Unternehmen eine Geldstrafe von bis zu 6 % seines weltweiten Jahresumsatzes.

Ein Meta-Sprecher reagierte darauf mit den Worten: „Wir sind mit diesen vorläufigen Ergebnissen nicht einverstanden. Sie spiegeln die erheblichen Maßnahmen, die wir bereits zum Schutz von Jugendlichen ergriffen haben, nicht genau wider.“ Meta betonte, dass seit Beginn der Untersuchung die Funktion „Teen-Konten“ eingeführt wurde, die „Jugendliche automatisch schützt und den Eltern die Kontrolle übergibt“. Dies ermöglicht es Eltern beispielsweise, den Zugriff ihrer Kinder auf Instagram in der Nacht zu sperren und die tägliche Bildschirmzeit auf 15 Minuten zu begrenzen.

Meta erklärte, das Unternehmen „teile das Engagement der Europäischen Kommission, Jugendlichen eine sichere und positive Online-Erfahrung zu bieten“, und sei bereit, den Dialog mit den Aufsichtsbehörden fortzusetzen. Das Unternehmen kann eine schriftliche Stellungnahme einreichen, um die Vorwürfe zu entkräften, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Beeinflusst von der Mischung aus regulatorischem Gegenwind und positivem KI-Rückenwind behielt der vorbörsliche Aktienkurs von Meta im Allgemeinen seinen Aufwärtstrend bei, während der Markt abwägt, ob die Aussichten der KI-Kommerzialisierung die regulatorischen Risiken weiterhin überwiegen können.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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