Gold (XAU/USD) steht am Freitag unter Druck, kämpft damit, die Gewinne des Vortags auszubauen, und steuert auf einen Wochenverlust zu, da erneute Feindseligkeiten im Nahen Osten Ängste vor energiegetriebener Inflation und Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) wiederbelebt haben.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.098 USD und liegt damit am Tag 0,60 % im Minus.
Das Metall zeigt jedoch keinen anhaltenden Verkaufsdruck, da Händler die US-Iran-Spannungen nach Berichten über fortgesetzte technische Gespräche trotz der militärischen Auseinandersetzungen neu bewerten, was zu einem Rückgang der Rohölpreise führt.
Obwohl Gold eine moderate Erholung von 3.941 USD, dem niedrigsten Stand seit November 2025, verzeichnet hat, fällt es dem Metall schwer, bedeutendes Kaufinteresse zu gewinnen.
Seit Ausbruch des US-Iran-Kriegs im Februar verhält sich Gold weniger wie ein traditioneller sicherer Hafen und mehr wie ein zinssensitives Instrument, wobei die Kursentwicklung weitgehend von der hawkischen Neubewertung der Fed-Zinssätze getrieben wird.
Infolgedessen verzeichnete Gold seine schlechteste Quartalsperformance seit dreizehn Jahren, während Händler auch Gewinne mitnahmen nach einer außergewöhnlichen zweijährigen Rallye, die die Preise im Januar auf ein Rekordhoch nahe 5.600 USD trieb.
Der kurzfristige Ausblick bleibt weiterhin bärisch. Die Lage im Nahen Osten bleibt fragil, wodurch das Risiko einer energiegetriebenen Inflation im Vordergrund steht.
Selbst wenn sich die geopolitischen Spannungen entspannen und niedrigere Rohölpreise die Inflationssorgen mindern, wird erwartet, dass die Fed eine restriktive Geldpolitik beibehält, da die Entscheidungsträger weiterhin das Engagement der Zentralbank signalisieren, die Inflation auf ihr 2%-Ziel zurückzuführen.
Gold wird daher voraussichtlich keine nachhaltige Erholung schaffen, da die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed im späteren Jahresverlauf den US-Dollar (USD) und die Renditen von US-Staatsanleihen stützen.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte eine 58%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der Sitzung im September ein. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die US-Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) der nächsten Woche, die am Dienstag veröffentlicht werden und die Erwartungen an den Zinspfad der Fed in den kommenden Monaten prägen könnten.
Auf der Tages-Chart bleibt XAU/USD innerhalb eines Abwärtskanals und hält sich unter dem 50-, 200- und 100-Tage Simple Moving Average (SMA), die zusammen die Oberseite begrenzen und eine rückläufige Tendenz verstärken.
Das Momentum ist gedämpft, wobei der Relative Strength Index (RSI) bei 43,63 unter der neutralen 50er-Linie pendelt, während der Average Directional Index (ADX) bei 37,13 auf einen weiterhin festen Trend hinweist, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck dominant bleibt, während Gold Schwierigkeiten hat, gebrochene Niveaus zurückzuerobern.
Auf der Oberseite zeigt sich der erste Widerstand an der horizontalen Barriere nahe 4.200 USD, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei rund 4.352 USD. Eine stärkere Widerstandszone liegt beim 200-Tage-SMA bei 4.493 USD, wobei die obere Begrenzung des absteigenden Kanals nahe dem 100-Tage-SMA bei 4.593 USD wahrscheinlich jegliche Erholungsversuche begrenzt.
Auf der Unterseite liegt die nächste nennenswerte Unterstützung am horizontalen Niveau um 3.950 USD, und ein klarer Bruch unter diese Unterstützung würde den Weg für einen tieferen Rückgang innerhalb der vorherrschenden bärischen Struktur öffnen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.