SpaceX heute offiziell in den Nasdaq-100-Index aufgenommen. Nasdaq-Volatilität droht sich zu verstärken

Quelle Tradingkey

TradingKey - Heute, nur 15 Handelstage nach seiner Börsennotierung, wird SpaceX offiziell in den Nasdaq 100 Index aufgenommen. Damit ist es das erste Unternehmen in der Geschichte des Index mit der Erforschung des Weltraums als Kerngeschäft und bricht gleichzeitig den Rekord für die schnellste Indexaufnahme einer neu notierten Aktie.

Dieser kommerzielle Raumfahrtriese im Besitz von Elon Musk hat nach einer Achterbahnfahrt in der Anfangsphase seiner Börsennotierung, bei der der Aktienkurs von einem Höchststand von 225 $ auf 160 $ einbrach, mit der Indexaufnahme nun einen wichtigen Meilenstein erreicht.

Berechnungen von JPMorgan Chase zeigen, dass das Gewicht von SpaceX im Index etwa 1,3 % beträgt, was Platz 21 hinter Giganten wie Nvidia und Walmart entspricht. Dies entspricht einer Nachfrage nach passiver Fondszuteilung von rund 4,3 Milliarden Dollar. Werden die Systeme von MSCI und FTSE Russell mit eingerechnet, könnte das Gesamtvolumen 35 Milliarden Dollar erreichen.

Die schnelle Aufnahme von SpaceX wurde dieses Mal durch eine Regelanpassung ermöglicht, die Nasdaq im Mai dieses Jahres eingeführt hat: Übergroße neu notierte Aktien mit einer Marktkapitalisierung unter den Top 40 des Index können nach 15 Handelstagen die Aufnahme beantragen, was die bisherige Wartezeit von mindestens 3 Monaten ersetzt.

Am Markt wird weithin angenommen, dass diese Reihe von Regelanpassungen weitgehend auf SpaceX zugeschnitten war, da dessen Marktkapitalisierung von über 2 Billionen Dollar und sein Marktfluss traditionelle Konventionen sprengten.

Passiver Kaufdruck und Druck durch Aktienfreigaben

Trotz der Erwartungen passiver Käufe, die durch die Aufnahme in den Index getrieben werden, dürfen die vielfältigen Belastungen, denen SpaceX gegenübersteht, nicht ignoriert werden.

Da ist zum einen das fundamentale Problem anhaltender Verluste mit einem Gesamtjahresverlust von 4,937 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 und einem weiteren Verlust von 4,276 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal dieses Jahres; lediglich das Satelliteninternet-Segment Starlink hat eine stabile Rentabilität erreicht, während die Raketen-F&E, die Tiefraumforschung und die KI-Projekte weiterhin enorme Mengen an Barmitteln verschlingen.

Zum anderen ist da der Druck durch das Auslaufen von Sperrfristen für gesperrte Aktien, wobei mehrere Tranchen von Insider-Beteiligungen in den nächsten 70 bis 135 Tagen freigegeben werden sollen, während Kernaktionäre wie Elon Musk Sperrfristen von bis zu 366 Tagen gegenüberstehen; Analysten bezeichnen diesen potenziellen Verkaufsdruck als ein "kurzfristiges Damoklesschwert".

Die Meinungen am Markt über die weitere Entwicklung von SpaceX nach der Indexaufnahme sind stark gespalten. JJ Kinahan, Senior Vice President von Cboe, warnt, dass sich Anleger auf eine Kursschwankung von 20 US-Dollar in den nächsten 11 Tagen einstellen müssen und dass die Volatilität noch Raum für weitere Anstiege hat.

Mike Khouw, Chefstratege bei der professionellen Optionsdatenplattform OpenInterest.PRO, ist der Ansicht, dass das Kaufvolumen von Indexfonds umso geringer ist, je niedriger die Gewichtung ausfällt, was den Impuls für den Aktienkurs begrenzter macht.

Analysten von Arete Research gaben jedoch zu bedenken, dass der geringe Streubesitz von SpaceX und der relativ hohe Anteil von Kleinanlegern bedeuten, dass verschiedene ETFs und Investmentfonds „einen erheblichen Teil“ der am Markt handelbaren Aktien erwerben müssen; diese Angebots-Nachfrage-Dynamik verstärkt sich in einem Aufwärtstrend stark selbst, könnte sich bei einer Marktumkehr jedoch auch als äußerst fragil erweisen.

Verstärkte Volatilität

Ein Stratege für Aktienderivate bei RBC Capital Markets wies darauf hin, dass die Aufnahme von SpaceX die ohnehin schon hohe Volatilität des Nasdaq 100 Index weiter verstärken wird.

Daten zeigen, dass der VXN-Index, der die implizite Volatilität des Nasdaq 100 misst, im bisherigen Jahresverlauf um 43 % gestiegen ist, während der Volatilitätsindex des S&P 500 (VIX) lediglich um 8 % zulegte.

Avery Marquez, Leiter der Anlagestrategie bei Renaissance Capital, erklärte, dass der Streubesitz von SpaceX nur bei etwa 5 % liegt. Dieser geringe Streubesitz führt dazu, dass konzentrierte Kauf- oder Verkaufsaufträge leicht heftige Kursschwankungen auslösen können, was die Aktie bei einer Eintrübung der Marktstimmung noch anfälliger macht.

Historische Fälle zeigen, dass die Aufnahme in einen Index nicht der entscheidende Faktor für die Aktienkursentwicklung ist. Strategy (ehemals MicroStrategy), die im Dezember 2024 in den Nasdaq 100 aufgenommen wurde, erreichte vor ihrer Aufnahme ihren Höchststand und brach anschließend um 81 % ein, während Palantir, die in derselben Tranche aufgenommen wurde, nach der Aufnahme noch 11 Monate lang weiter stieg, bevor sie ihren Höchststand erreichte.

SpaceX befindet sich derzeit in einer Korrekturphase nach dem Börsengang, wobei der Aktienkurs um 28 % unter seinem Höchststand liegt. Die weitere Entwicklung wird vom Tauziehen zwischen passiven Käufen und dem Verkaufsdruck nach Ablauf der Haltefrist sowie von Verbesserungen der fundamentalen Daten des Unternehmens abhängen.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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