TradingKey – Am 7. Juli ostamerikanischer Zeit eskalierten die geopolitischen Konflikte erneut, wobei zwei aufeinanderfolgende militärische Zusammenstöße eine Erholung der Ölpreise auslösten. Nachdem der Iran mindestens zwei Raketen auf mehrere Handelsschiffe in der Straße von Hormus abgefeuert hatte, griff die Ukraine die größte Ölraffinerie Russlands mit Drohnen an. Diese aufeinanderfolgenden militärischen Konflikte haben das sich jüngst entspannte geopolitische Umfeld zunichte gemacht.
Unter dem Eindruck der beiden Konflikte legten die beiden wichtigsten Rohöl-Futures zu. Bis zum Redaktionsschluss stiegen die WTI-Rohöl-Futures um 2,74 % auf 70,43 USD, während die Brent-Rohöl-Futures um 2,7 % auf 74 USD zulegten.

[Quelle: FutuBull]
In Bezug auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatten beide Seiten erst vor drei Wochen in der Schweiz offiziell eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) über 14 Punkte unterzeichnet. Nach der Unterzeichnung des Abkommens passierten zwei iranische Supertanker erfolgreich die Blockadezone und liefen aus dem Golf von Oman aus. Zudem einigten sich beide Parteien darauf, den Seeverkehr innerhalb von 30 Tagen wieder vollumfänglich aufzunehmen. Diese Reihe von Entwicklungen wurde einst als klares Signal für das Ende des Konflikts zwischen den USA und dem Iran gewertet.
Die heutigen Raketenangriffe verletzten jedoch direkt die Kernzusage des Abkommens, die Meerenge offenzuhalten, wodurch dieses fragile MoU Gefahr läuft, vollständig zu scheitern.
Berichten zufolge wird über die Straße von Hormus ein massiver Teil der weltweiten Rohöllieferungen abgewickelt, und die reibungslose Passierbarkeit der Schifffahrtswege hat tiefgreifende Auswirkungen auf die internationale Ölpreisentwicklung. Als die USA und der Iran zuvor die Waffenstillstandsvereinbarung erzielten und die Seeblockade aufgehoben wurde, verflüchtigte sich die geopolitische Ölpreisprämie rasch, und die internationalen Rohölpreise gaben deutlich nach, da der Markt sich keine übermäßigen Sorgen mehr über Unterbrechungen der Rohölversorgung machte.
Nun da die Konflikte und Angriffe jedoch wieder aufgenommen wurden, werden Investoren die Sicherheitsrisiken für die Schifffahrt in der Straße von Hormus neu bewerten. Sollten Raketenangriffe die Schifffahrt in der Meerenge langfristig blockieren oder sollte sich der Konflikt weiter ausweiten und einen größeren Krieg auslösen, stünde die globale Rohöl-Lieferkette vor einem realen Unterbrechungsrisiko.
Auf der anderen Seite legten ukrainische Drohnen aus eigener Entwicklung fast 2.500 Kilometer zurück, um die Omsk-Raffinerie im Herzen Westsibiriens anzugreifen. Dies stellt einen neuen Rekord für Angriffe tief im russischen Territorium seit dem Ausbruch des großflächigen Krieges dar und trifft Russlands zentrales Ölverarbeitungssystem direkt.
Berichten zufolge verfügt die Omsk-Raffinerie als eine der größten Benzinproduktionsstätten Russlands über eine jährliche Verarbeitungskapazität von mehr als 21 Millionen Tonnen und fungiert als zentrales Drehkreuz für Russlands Ölwirtschaft und Kraftstoffversorgung.