TradingKey - Während der asiatischen Handelssitzung am 7. Juli brach der japanische Speicherchip-Riese Kioxia Holdings zeitweise um über 13 % ein und führte damit die Verluste im japanischen und südkoreanischen Halbleitersektor an. Die SoftBank Group fiel um mehr als 4 %, während die südkoreanischen Branchenriesen SK Hynix und Samsung Electronics zeitweise jeweils um rund 10 % absackten. Bei Redaktionsschluss notierte Kioxia mit einem Minus von 11,24 % bei 72.420 Yen pro Aktie. Belastet durch die kollektive Schwäche der Chip-Aktien fiel der Nikkei 225 Index um 1,75 % auf 68.576,85 Punkte.

[Quelle: Futu]
Der Auslöser für diese Verkaufswelle war ein „besser als erwartet“ ausgefallener Ergebnisbericht des Konkurrenten Samsung Electronics.
Am selben Tag veröffentlichte Samsung Electronics seine vorläufige Gewinnprognose für das zweite Quartal 2026 und schätzte den Betriebsgewinn auf enorme 89,4 Billionen Won (ca. 58 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von 1.810,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies übersteigt die Gesamtgewinne des Unternehmens der letzten drei Jahre und übertrifft die durchschnittliche Analystenschätzung von 84,2 Billionen Won bei Weitem. Dennoch wurde dieser scheinbar furiose Bericht im Tagesverlauf mit einem Kurssturz der Aktie von bis zu 9 % quittiert. Je besser die Performance, desto härter der Fall – eine typische „Sell-the-News“-Logik. Analysten wiesen darauf hin, dass der Markt die durch die steigenden Speicherchippreise bedingte Gewinnüberraschung bereits vollständig eingepreist hatte, wobei einige aggressive Erwartungen sogar über den tatsächlichen Zahlen lagen, was zu einer raschen Gewinnmitnahme führte.
Der Kurseinbruch von Samsung breitete sich schnell auf die regionale Lieferkette aus. Kioxia wurde zum am härtesten getroffenen Bereich dieser Verkaufswelle, was eng mit den zuvor verzeichneten erheblichen Kursgewinnen zusammenhängt. Der Aktienkurs von Kioxia hatte am 22. Juni ein Allzeithoch von 112.700 Yen erreicht, was einen astronomischen Anstieg gegenüber dem Börsenpreis darstellt. Durch die massiven Buchgewinne geriet die Aktie als Erste ins Visier, als das „Sell-the-News“-Signal von Samsung auf den Speichersektor übergriff. Die Fundamentaldaten von Kioxia haben sich jedoch nicht verschlechtert, da die NAND-Flash-Vertragspreise weiter steigen und im dritten Quartal voraussichtlich um weitere 10 % bis 15 % zulegen werden.
Kazuaki Shimada, Chefstratege bei Iwai Cosmo Securities, bezeichnete den Rückgang als eine „gesunde Korrektur eines verzerrten Marktes“, bei der Kapital aus hoch bewerteten Chip-Aktien in Value-Aktien umschichtete, die günstig geworden sind.
Eine tiefer gehende Sorge betrifft die Nachhaltigkeit von Investitionen in AI-Rechenleistung. Zuvor wurde berichtet, dass Meta den Verkauf überschüssiger AI-Rechenleistung plane, was zusammen mit den Optimierungsplänen von OpenAI, die die Inferenzkosten voraussichtlich erheblich senken werden, an den Kapitalmärkten Wachsamkeit hinsichtlich einer Überhitzung der AI-Investitionen ausgelöst hat. Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hatte zuvor eine entsprechende Warnung herausgegeben. Der Markt beginnt zu hinterfragen, ob Cloud-Service-Anbieter angesichts des Ungleichgewichts zwischen AI-Rechenleistungsinvestitionen und den damit erzielten Erträgen ihre hohen Investitionsausgaben aufrechterhalten können.
Trotz der heftigen kurzfristigen Volatilität bleiben einige Institutionen für die mittel- bis langfristigen Aussichten von Speicherchips optimistisch. Einige Analysten sind der Ansicht, dass der aktuelle Preiserhöhungszyklus struktureller sein könnte als traditionelle Zyklen, da der Aufbau neuer Kapazitäten mehrere Jahre in Anspruch nimmt und die AI-bezogene Nachfrage schneller wächst als der Kapazitätsaufbau. Bevor Samsung jedoch seinen vollständigen Finanzbericht und den anschließenden Ausblick offiziell vorlegt, wird es Zeit brauchen, bis sich die Marktstimmung wieder erholt.