Gold (XAU/USD) zieht zum zweiten Tag in Folge Verkäufer an und fällt während der asiatischen Sitzung am Dienstag in den Bereich von 4.125 bis 4.124 USD. Die Rohölpreise steigen angesichts erneuter Spannungen in der Straße von Hormus leicht an, was inflationsbedingte Sorgen wiederbelebt. Dies wirkt wiederum als Rückenwind für die Renditen von US-Staatsanleihen und erweist sich als Schlüsselfaktor, der Kapitalströme vom renditeschwachen gelben Metall weglenkt. Dennoch könnten nachlassende Zinserhöhungserwartungen der US-Notenbank (Fed) und das Ausbleiben von US-Dollar (USD)-Käufen tiefere Verluste für das Edelmetall begrenzen.
Die Spannungen in der Straße von Hormus bleiben hoch, da Teheran versucht, die strategische Kontrolle zu festigen und Gebühren von Schiffen zu erheben, die durch die wichtige Wasserstraße fahren. Trotz starker Opposition der USA besteht der Iran darauf, dass die Gebühren für Sicherheit, Schiffsüberwachung und Umweltschutz erhoben werden und nicht als Maut gelten. Hinzu kommt, dass eine maritime Behörde berichtete, ein Öltanker sei während der Durchfahrt durch die Straße von einem unbekannten Projektil getroffen worden, was ein fragiles US-Iran-Friedensabkommen erschwert und die Rohölpreise stützt.
Unterdessen dämpfte der schwache US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht für Juni die Markterwartungen, dass die US-Notenbank die Kreditkosten erhöhen wird. Tatsächlich verschoben Händler ihre Erwartungen von ein bis zwei Fed-Zinserhöhungen im Jahr 2026 auf null bis eine Erhöhung. Dies hält die USD-Bullen in der Defensive und könnte Händler davon abhalten, aggressive bärische Wetten auf Gold zu platzieren. Auf der Datenfront sank der US ISM Services PMI im Juni auf 54,0 von 54,5 im Vormonat, was den Konsensschätzungen entspricht und die USD-Bullen wenig beeindruckt.
Investoren scheinen jedoch zögerlich, aggressive Wetten einzugehen, und bevorzugen es, auf weitere Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Fed zu warten. Daher richtet sich der Fokus nun auf die Veröffentlichung des FOMC-Protokolls am Mittwoch. Abgesehen davon würden geopolitische Entwicklungen die USD-Nachfrage antreiben und dem Gold etwas Schwung verleihen. In der Zwischenzeit macht der erwähnte fundamentale Hintergrund eine vorsichtige Haltung ratsam, bis ein starker Anschlussverkauf bestätigt, dass die jüngste Erholungsbewegung vom Jahresanfangstief, das letzte Woche erreicht wurde, an Schwung verloren hat.
Das Währungspaar XAU/USD behält eine kurzfristig bärische Tendenz unter dem 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.489,97 USD und innerhalb eines absteigenden Kanals. Allerdings ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator positiv geworden, mit der MACD-Linie über der Signallinie und einem sich ausweitenden positiven Histogramm. Dies deutet auf eine sich erholende bullische Dynamik hin, die jedoch noch nicht stark genug ist, um die dominierende obere Struktur herauszufordern. Zudem liegt der Relative Strength Index (RSI) bei 44,16 noch unter der 50er-Linie, was trotz der jüngsten Erholung auf eine weiterhin neutrale bis leicht bärische Stimmung hindeutet.
Unterdessen könnte 4.100 USD als vorläufiger Boden fungieren, bevor bedeutendere Unterstützung am unteren Rand des Kanals nahe 3.844,34 USD wartet, wo ein tieferer Rückgang auf stärkere Nachfrage treffen würde. Auf der Oberseite erscheint der unmittelbare Widerstand an der oberen Begrenzung des absteigenden Kanals nahe 4.296,64 USD, wo jede Erholung zunächst ins Stocken geraten dürfte. Darauf folgen der 200-Tage-SMA bei 4.489,97 USD und eine höhere strukturelle Barriere nahe 4.572,41 USD.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.