Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dürfte ihren Leitzins bei der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) im Oktober trotz anhaltend hoher Inflation und robuster Arbeitsmarktdaten bei 4,00 Prozent belassen. Davon gehen die Strategen von TD Securities aus. Eine Zinspause würde ihrer Einschätzung nach allerdings die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen im Dezember und März erhöhen. Zugleich warnen die Experten, dass bereits ein einzelner überraschend hoher Inflationswert die Fed zu einem früheren und möglicherweise kräftigeren Eingreifen zwingen könnte.
„Der Offenmarktausschuss dürfte die Leitzinsen im Oktober unverändert lassen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember, zugleich aber auch das Risiko, dass die Währungshüter der Inflationsentwicklung hinterherlaufen. Warsh dürfte sich kaum auf einen konkreten geldpolitischen Kurs festlegen. Eine entschlossene Botschaft zur Inflationsbekämpfung könnte jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Fed verringern und die Märkte dazu bewegen, weitere Zinserhöhungen einzupreisen.“
„Angesichts eines weiterhin robusten Arbeitsmarktes würde die derzeitige Inflationsentwicklung eigentlich dafür sprechen, den geldpolitischen Straffungskurs bereits bei der Oktobersitzung fortzusetzen. Das war ursprünglich auch unsere Erwartung.“
„Inzwischen gehen wir jedoch davon aus, dass der Offenmarktausschuss die Leitzinsen in der kommenden Woche unverändert lässt und die geldpolitische Straffung erst im Dezember sowie im März kommenden Jahres wieder aufnimmt.“
„Sofern es nicht zu einer unerwarteten Entwicklung kommt, ist eine Zinserhöhung im Dezember nahezu sicher. Anders ausgedrückt: Entscheidet sich die Fed in der kommenden Woche für eine Pause, müsste sich die Lage schon erheblich verändern, damit sie auf einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr verzichtet.“
„Allerdings gilt auch das Gegenteil: Es braucht nicht viel, damit die Märkte den Eindruck gewinnen, dass die Fed der Entwicklung hinterherhinkt. Schon ein einzelner deutlich schlechter als erwarteter Inflationsbericht oder mehrere starke Arbeitsmarktdaten könnten ausreichen, damit Anleger eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte bei einer der kommenden Sitzungen mit höherer Wahrscheinlichkeit einpreisen.“