Der Goldpreis gerät erneut unter Druck, obwohl die Renditen von US-Staatsanleihen sinken und die geopolitischen Risiken zunehmen. Darauf weisen die OCBC-Strategen Christopher Wong und Sim Moh Siong hin. Der kräftige Anstieg der Ölpreise schürt neue Inflationssorgen und verstärkt die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed ihre restriktive Geldpolitik länger beibehalten könnte. Das belastet das Edelmetall. Die Analysten bleiben deshalb kurzfristig vorsichtig. Damit Gold wieder an Aufwärtsdynamik gewinnt, müssten die Ölpreise nachgeben, die Realrenditen weiter sinken und der Goldkurs deutlicher positiv auf diese Entwicklungen reagieren.
„Gold geriet über Nacht erneut unter Verkaufsdruck und verlor mehr als 2,5 Prozent. Der kräftige Anstieg des Brent-Ölpreises infolge neuer Sorgen über die Ölversorgung aus dem Nahen Osten verstärkte die Inflationsängste. Zugleich wuchs die Erwartung, dass die Fed ihre Zinsen länger auf einem restriktiven Niveau halten muss. Bemerkenswert war vor allem, dass Gold weiter nachgab, obwohl die Renditen von US-Staatsanleihen im Zuge des weltweiten Ausverkaufs bei Technologieaktien deutlich fielen.“
„Weder die niedrigeren Anleiherenditen noch die gestiegene geopolitische Unsicherheit konnten den Goldpreis stützen. Das deutet darauf hin, dass die kurzfristige Marktstimmung weiterhin anfällig bleibt.“
„Wir bleiben kurzfristig vorsichtig, insbesondere weil Gold auf den jüngsten Rückgang der Anleiherenditen bislang kaum positiv reagiert hat.“
„Sinkende Ölpreise und ein weiterer Rückgang der Realrenditen könnten dazu beitragen, den Goldpreis zu stabilisieren. Bevor wir den kurzfristigen Ausblick wieder zuversichtlicher beurteilen, müssten wir allerdings eine überzeugendere Kursreaktion sehen.“
„Unterstützungen liegen bei 4.000 und 3.943 US-Dollar, wobei die zweite Marke dem jüngsten Tief entspricht. Widerstände befinden sich bei 4.080 und 4.156 US-Dollar. Letztere Marke entspricht der 21-Tage-Linie.“