EUR/CAD legt zu, nachdem es am Vortag leichte Verluste verzeichnet hatte, und notiert während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag um 1,6050. Das Währungspaar hält sich behauptet, gestützt von einem stärkeren Euro (EUR) nach der Veröffentlichung der Daten zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für August.
Wie erwartet stieg der monatliche HVPI um 0,4% MoM und entsprach damit dem Anstieg des Vormonats. Die jährliche Inflation ging leicht auf 3,2% zurück, verglichen mit dem erwarteten Wert von 3,3%. Unterdessen blieb der monatliche Kern-HVPI unverändert bei einem Anstieg von 0,2%, und der jährliche Kernwert entsprach mit 2,4% den Erwartungen, was auf einen gleichmäßigen zugrunde liegenden Preistrend in der gesamten Region hindeutet.
Gleichzeitig gewinnt das EUR/CAD-Paar an Boden aufgrund der Schwäche des rohstoffgebundenen Kanadischen Dollars (CAD), der durch fallende Rohölpreise belastet wird. Die Ölmärkte kühlten sich ab, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass Saudi-Arabien erwartet, etwa die Hälfte der Kapazität seiner beschädigten Ost-West-Pipeline innerhalb weniger Tage wiederherzustellen, wobei der vollständige Betrieb innerhalb von sechs Wochen angestrebt wird. Die Pipeline dient nach den jüngsten Drohnenangriffen auf die Infrastruktur als kritische Umgehungsroute um die anfällige Straße von Hormus.
Strategen bei Scotiabank heben hervor, dass die Haltung der BoC weiterhin deutlich unterstützend bleibt, und betonen, dass "die geldpolitischen Einstellungen der Bank weiterhin akkommodierend sind und die Sorge über den Preisdruck darauf hindeutet, dass das Risiko wächst, dass der Normalisierungsprozess erst spät in diesem Jahr beginnen könnte," im Einklang mit der seit Langem bestehenden Zinserwartung von Scotia.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.