ING-Stratege Frantisek Taborsky verweist auf einen überraschend starken Anstieg der polnischen Inflation auf 3,4 Prozent, der vor allem auf höhere Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. Die Lebensmittelpreise gingen dagegen zurück. Gleichzeitig steht in Mittel- und Osteuropa eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten an. Nach den jüngsten Äußerungen der US-Notenbank und angesichts der geopolitischen Spannungen setzen die regionalen Märkte wieder stärker auf steigende Zinsen. Die Zinskurven in Tschechien und Polen preisen inzwischen mehrere Erhöhungen ein, was eine weitere Schwäche der Währungen in Mittel- und Osteuropa begrenzen dürfte.
„Nach den Äußerungen des Fed-Vorsitzenden und der erneuten Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sind die regionalen Märkte klar in einen restriktiveren Modus zurückgekehrt. Da die britischen Märkte gestern geschlossen waren und der Handel in Mittel- und Osteuropa verhalten verlief, dürfte heute ein gewisser Nachholeffekt einsetzen.“
„Die polnische Inflation hat im August mit einem Anstieg von 3,0 auf 3,4 Prozent positiv überrascht. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Kraftstoffpreise, da das Statistikamt die von der Regierung in der zweiten Monatshälfte vorgenommene Mehrwertsteuersenkung vermutlich nicht berücksichtigt hat. Die Lebensmittelpreise gingen dagegen weiter zurück und lieferten damit ein Signal für nachlassenden Inflationsdruck in anderen Ländern der Region.“
„Am Donnerstag veröffentlicht Tschechien die Lohndaten für das zweite Quartal. Wir rechnen damit, dass sich das Wachstum gegenüber den überraschend starken 8,1 Prozent im ersten Quartal abschwächt. Zudem stehen die türkischen Inflationsdaten für August an. Wir erwarten im Monatsvergleich lediglich einen moderaten Rückgang von 1,8 auf 1,6 Prozent.“
„Am Freitag dürfte die Inflation in Tschechien von 1,7 auf 1,9 Prozent steigen und damit der Prognose der Zentralbank entsprechen. Zudem veröffentlichen Tschechien und Ungarn Daten zu den Einzelhandelsumsätzen.“
„Der tschechische Markt preist weiterhin fast vier Zinserhöhungen ein, der polnische Markt knapp drei. Dies dürfte eine weitere Abschwächung begrenzen und könnte heute angesichts der weiter zunehmenden Zinsdifferenz zum Euroraum Kursgewinne unterstützen.“