Die Ökonomin Radhika Rao von DBS Group Research weist darauf hin, dass die Bank Indonesia (BI) ihren Leitzins bei 5,75 Prozent belassen hat. Die amtierende Notenbankchefin Destry hält an einem neutralen geldpolitischen Kurs fest, verwies zugleich aber auf globale Risiken. Für die Entscheidung sprechen das robuste Wachstum der indonesischen Wirtschaft und die Stabilität der Rupiah (IDR). Die Risiken für die Geldpolitik kommen derzeit vor allem aus dem Ausland. Im Inland hellt sich das Umfeld dagegen auf, nachdem die Regierung ihre wachstumsfördernden Prioritäten für 2027 bekräftigt und zugleich an der Haushaltskonsolidierung festhält.
„Die Bank Indonesia hat den Leitzins gestern wie erwartet unverändert bei 5,75 Prozent belassen. Die amtierende Notenbankchefin Destry hielt an einer neutralen Ausrichtung fest, hob jedoch die globalen Risiken hervor.“
„Ein solides Wachstum der heimischen Wirtschaft im zweiten Quartal und die jüngste Stabilität der Rupiah stützten die Entscheidung der BI, den Leitzins unverändert zu lassen. Die geldpolitischen Risiken gehen derzeit stärker vom Ausland aus, da der Devisen- und Anleihemarkt angesichts der geopolitischen Entwicklungen anfällig bleiben. Belastend wirken dabei die hohen globalen Ölpreise und Raffineriemargen sowie die Renditen in den Industrieländern.“
„An den im Juli angekündigten Maßnahmen wurden nur wenige Änderungen vorgenommen. Dazu gehört eine Ausweitung des Abschlags bei Absicherungsgeschäften auf ausländische Direktinvestitionen und die Auslandsverschuldung heimischer Banken, zusätzlich zu Portfolioinvestoren. Darüber hinaus wurde ein flexibler Mechanismus zur Verlängerung eingeführt, mit dem Swaps unter bestimmten Voraussetzungen entsprechend der verbleibenden Laufzeit der zugrunde liegenden Vermögenswerte verlängert werden können.“
„Die Impulse aus dem Inland haben sich zuletzt verbessert, nachdem die Regierung ihren wachstumsfördernden Kurs für 2027 bekräftigt und gleichzeitig an der Haushaltskonsolidierung festgehalten hat. Wir rechnen im September mit einer Zinspause, halten aber an der Erwartung einer vorsorglichen Zinserhöhung im vierten Quartal 2026 fest, falls sich die Finanzierungsbedingungen und die Stimmung verschlechtern.“
„Eine Beruhigung der langfristigen US-Renditen nach den Anleiherückkäufen dürfte den Druck auf das lange Ende der regionalen Zinskurven verringern.“