USD/IDR setzt seine Gewinne den zweiten Tag in Folge fort und notiert am Dienstag in den frühen europäischen Handelsstunden bei rund 18.130. Das Währungspaar legt zu, da die indonesische Rupiah (IDR) nach dem überraschenden Rücktritt von Bank Indonesia (BI)-Gouverneur Perry Warjiyo am Montag unter Druck gerät.
Der unerwartete Abgang belastete indonesische Vermögenswerte stark, da Analysten und Investoren neue Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank äußerten. Die Ratingagentur S&P merkte an, dass der Personalwechsel zwar keine Auswirkungen auf Indonesiens Kreditratings haben werde, der Übergang jedoch die Unsicherheit über die künftige Ausrichtung der Geldpolitik des Landes erhöhen könnte.
Unterdessen hält der US-Dollar (USD) seine Gewinne, gestützt von der Zurückhaltung der Märkte vor der bevorstehenden geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch. Händler navigieren durch ein ungewöhnliches Maß an Unsicherheit, wobei das CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 38 % für eine Zinserhöhung im Juli und eine Wahrscheinlichkeit von 81,4 % für mindestens eine Erhöhung um 25 Basispunkte bis September einpreist. Citadel Securities erwartet, dass die Fed eine Zinserhöhung vornehmen wird, um die inflationsbekämpfende Glaubwürdigkeit von Vorsitzendem Kevin Warsh zu untermauern, im Einklang mit seinen wiederholten Zusagen, die Preisstabilität wiederherzustellen.
Geopolitische Entwicklungen trugen dazu bei, den breiteren Inflationsdruck zu lindern, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA führten "gute Gespräche" mit dem Iran, um den Konflikt im Nahen Osten zu lösen. Washington setzte seine 13-tägige Angriffskampagne am Wochenende aus, was zu drei aufeinanderfolgenden Tagen ohne Angriffe führte. Obwohl das iranische Außenministerium klarstellte, dass keine direkten Verhandlungen mit den USA stattfinden und dass der einzige aktive Dialog mit Oman über die Straße geführt werde, trug der diplomatische Fortschritt dennoch zu einem Rückgang der Ölpreise bei und verschaffte den globalen Inflationssorgen etwas Entlastung.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.