Der Geldpolitiker der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der Bank von Italien, Fabio Panetta, warnte in der europäischen Handelssitzung am Mittwoch, dass die Inflationsdrucke in der Wirtschaft der Eurozone um 3 % schwanken könnten und voraussichtlich auch über dieses Jahr hinaus über diesem Niveau bleiben werden.
Bei der Berücksichtigung zukünftiger Zinssatzentscheidungen ist das Ziel der EZB, die Inflationserwartungen fest verankert zu halten und indirekte sowie zweite Effekte von Schocks zu begrenzen.
Mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass der Anstieg an den Aktienmärkten nach dem Iran-Konflikt auf eine Unterschätzung der Risiken zurückzuführen ist.
Risiken im Zusammenhang mit höheren Energiepreisen, verschärften Finanzbedingungen und anhaltender geopolitischer Unsicherheit scheinen nur teilweise in den Marktbewertungen berücksichtigt zu sein.
Nach den Äußerungen von Panetta ist keine unmittelbare Auswirkung auf den Euro (EUR) zu beobachten. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notiert EUR/USD nahezu unverändert bei rund 1,1424.
Panetta von der EZB sendet ein stärkeres als übliches Signal mit einem FXS Speechtracker-Score von 6,2/10 gegenüber einem historischen Durchschnitt von 5,2/10, was darauf hindeutet, dass die Inflation um 3 % schwanken und bis Anfang 2027 über diesem Niveau bleiben wird. Dies markiert eine leicht restriktive Neigung, da die Betonung auf der festen Verankerung der Inflationserwartungen und der Begrenzung von zweiten Effekten eine Zurückhaltung bei einer schnellen Lockerung der Geldpolitik impliziert und eine festere Euro-Tendenz im Vergleich zu früheren Reden unterstützt.
Panettas Warnung, dass die Kursgewinne an den Aktienmärkten nach dem Iran-Konflikt eine Unterschätzung der Risiken widerspiegeln und dass höhere Energiepreise, verschärfte Finanzbedingungen und anhaltende geopolitische Unsicherheit nur teilweise eingepreist sind, verstärkt eine vorsichtige Haltung. Für den FX-Bereich spricht diese Kombination aus hartnäckiger Inflation und unterbewerteten Risiken für eine erhöhte Volatilität bei Euro-Paaren, wobei die Märkte wahrscheinlich den Pfad der Zinssätze in der Eurozone und der Risikoaufschläge in den kommenden Sitzungen neu bewerten werden.