Bart Melek von TD Securities vertritt die Auffassung, dass Vermögensverwalter am Ölmarkt massiv auf fallende Preise setzen, weil sie die Marktlage aus seiner Sicht falsch einschätzen. Dazu zählten unter anderem eine zu pessimistische Sicht auf die chinesische Nachfrage sowie Erwartungen eines Überangebots am Ölmarkt. Da die Angebotsdefizite nach Einschätzung der Bank über den Sommer hinweg anhalten und sich sogar ausweiten dürften und Brent wichtige charttechnische Widerstände überwunden habe, rechnet TD Securities mit einer Veränderung der Marktpositionierung. Das Risiko einer Welle von Eindeckungen bei Short-Positionen nehme zu.
„Wir vertreten seit Langem die Auffassung, dass der anhaltende Lagerabbau im weiteren Verlauf dieses Sommers eine durch Short-Eindeckungen getriebene Rally auslösen würde.“
„Dieser Prozess scheint sich nun schneller zu vollziehen als erwartet.“
„Wir sehen kurzfristig zusätzliches Aufwärtspotenzial von 10 bis 15 US-Dollar je Barrel, sofern die Krise die Ölversorgung weiterhin bedroht und Vermögensverwalter gezwungen sind, ihre Short-Positionen einzudecken.“
„Aus unserer Sicht beruhen die massiven Short-Positionen der Vermögensverwalter auf einer Fehlinterpretation der Marktlage. Dazu zählen Erwartungen, dass China in eine Phase der Nachfrageschwäche eintritt, dauerhaft niedrige Importmengen, die Annahme, dass die seegestützten Lagerbestände nicht in Rekordtempo zurückgehen, sowie Prognosen eines ‚Ölüberangebots‘ in den kommenden Monaten.“
„Die Short-Positionen in Brent haben ein Niveau erreicht, das zuletzt Ende 2025 zu beobachten war, als sich der Markt vor einem Angebotsüberschuss von drei Millionen Barrel pro Tag sorgte.“