Der Volkswirt Chua Han Teng von DBS Group Research rechnet damit, dass die Staatsbank Vietnams ihren Refinanzierungssatz bis Ende 2026 unverändert bei 4,50 Prozent belassen wird. In einer Analyse verweist er auf einen insgesamt stabilen vietnamesischen Dong gegenüber dem US-Dollar, eine nachlassende Inflation sowie ein kräftiges Wirtschaftswachstum. DBS hob zugleich die Prognose für das Wirtschaftswachstum 2026 auf 8,0 Prozent an, da die unterstützende Geldpolitik voraussichtlich beibehalten wird.
„Die Staatsbank Vietnams (SBV) hat ihren Refinanzierungssatz im ersten Halbjahr 2026 unverändert bei 4,50 Prozent belassen. Wir gehen davon aus, dass sie diesen Kurs bis Ende 2026 fortsetzen wird.“
„Obwohl sich der vietnamesische Dong im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem US-Dollar am schwächeren Ende seiner Handelsspanne bewegte, blieb er insgesamt stabil und zeigte sogar eine leichte Tendenz zur Aufwertung. Dies gelang trotz zeitweiliger Schwankungen an den regionalen Devisenmärkten infolge der Spannungen im Nahen Osten und einer restriktiveren Neubewertung der Zinserwartungen für die US-Notenbank.“
„Gleichzeitig hat sich die Gesamtinflation abgeschwächt und sich dem Inflationsziel für 2026 von 4,5 Prozent angenähert. Im Juni 2026 lag sie bei 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie im April und Mai noch über 5 Prozent gelegen hatte.“
„Wir erwarten, dass diese Wachstumstreiber in den kommenden Monaten anhalten. Deshalb heben wir unsere Prognose für das BIP-Wachstum 2026 von 6,5 Prozent auf 8,0 Prozent an.“
„Die SBV kann es sich leisten, ihre unterstützende Geldpolitik zur Stützung des Wachstums beizubehalten, da die Aufwärtsrisiken für die Inflation nachlassen. Gleichzeitig wird sie die Entwicklung der Landeswährung weiterhin aufmerksam beobachten.“