Das Paar USD/CAD verliert im frühen europäischen Handel am Mittwoch an Fahrt und nähert sich der Marke von 1,4175. Erneute US-Militärschläge gegen den Iran haben die Rohölpreise angekurbelt und bieten Unterstützung für den rohstoffgebundenen kanadischen Dollar (CAD), der gegenüber dem US-Dollar (USD) an Stärke gewinnt.
Reuters berichtete am Mittwoch, dass die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) US-Militärstandorte in Bahrain und Kuwait angegriffen habe, nachdem die USA eine Welle von Angriffen gegen den Iran als Reaktion auf Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus gestartet hatten. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und hohe Rohölpreise im Allgemeinen positive Auswirkungen auf den Loonie haben.
„Derzeit hält sich der Markt an das Szenario, dass Teheran und Washington weiterhin ein hochriskantes Spiel um Einfluss während des vorübergehenden Waffenstillstands führen und dass der Vorfall am Dienstag nicht in einen umfassenden Krieg zurückfallen wird“, schrieben Analysten von DBS in einem Forschungsbericht.
Im Tages-Chart behält USD/CAD eine kurzfristig bullische Tendenz bei, da der Kurs über dem 20-Perioden-Mittelwert der Bollinger-Bänder und deutlich über dem 100-Tage-Durchschnitt liegt. Das Paar bewegt sich im oberen Bereich der Bollinger-Bänder, während der Relative Strength Index (14) bei etwa 66 im positiven Bereich bleibt, aber noch nicht überkauft ist, was auf einen festen Aufwärtsdruck mit etwas Spielraum für weitere Gewinne hinweist, bevor überkaufte Bedingungen akut werden.
Auf der Oberseite ergibt sich die erste Aufwärtsbarriere beim Hoch vom 24. Juni bei 1,4248. Der nächste bedeutende Widerstand ist die obere Bollinger-Band-Grenze bei rund 1,4315, die die unmittelbare Obergrenze für den aktuellen Anstieg markiert.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung am mittleren Bollinger-Band bei 1,4145. Die entscheidende Marke wird bei der psychologischen Marke von 1,4000 gesehen, gefolgt von einer tieferen Unterstützung am unteren Band nahe 1,3975, wobei der 100-Tage-Durchschnitt bei 1,3827 die breitere bullische Struktur stützt, solange USD/CAD darüber bleibt.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.