Die DBS-Ökonomin Radhika Rao berichtet, dass Indien und die USA kurz vor dem Abschluss eines vorläufigen Handelsabkommens im Rahmen eines neuen, bereits im Februar vereinbarten Verhandlungsrahmens stehen. Sie verweist auf Indiens Bemühungen um Zollvorteile gegenüber regionalen Wettbewerbern, die veränderte US-Zollpolitik, umfangreiche geplante Kaufzusagen sowie das Ziel Neu-Delhis, bessere Bedingungen zur Förderung von Handel und Investitionen zwischen beiden Ländern zu erreichen.
„Der Handelsrahmen zwischen Indien und den USA, der ursprünglich im Februar vereinbart wurde, befindet sich nun in der Schlussphase der Formalisierung durch ein vorläufiges Handelsabkommen.“
„Die Regierung hat sich für vergleichbare Zollvorteile gegenüber regionalen Industriestandorten eingesetzt und Zusicherungen gefordert, dass die US-Regierung nach Abschluss der Vereinbarung keine höheren Zölle erheben wird.“
„Die Rahmenbedingungen bei den Zöllen haben sich deutlich verändert, nachdem ein Gericht die IEEPA-Zölle Anfang des Jahres aufgehoben hatte. Diese wurden bis zum 24. Juli durch einen pauschalen Satz von 10 Prozent ersetzt, während Untersuchungen nach Abschnitt 301 auf Zölle von 10 bis 12,5 Prozent für ausgewählte Produktgruppen hindeuten.“
„Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer wird Berichten zufolge am 23. und 24. Juni Indien besuchen, um die Gespräche abzuschließen. Die indischen Behörden dürften dabei auf bessere Bedingungen als noch im Februar drängen, um einen größeren Anteil an den bilateralen Handels- und Investitionszusagen zu sichern.“
„US-Vertreter hatten zuvor erklärt, Indien habe sich zum künftigen Kauf von US-Produkten im Wert von 500 Milliarden US-Dollar verpflichtet. Dies würde gegenüber dem für das Geschäftsjahr 2026 erwarteten Niveau einem nahezu neunfachen Anstieg entsprechen und erscheint als äußerst ambitioniertes Ziel.“