Der Politiker der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der Bank von Spanien, José Luis Escrivá, sagte während der europäischen Handelssitzung am Montag, dass die Zentralbank die Zweitrundeneffekte auf die Löhne beobachten müsse.
Die Inflationsdrucke in der Eurozonenwirtschaft haben sich in den letzten Monaten aufgrund höherer Energiepreise im Zusammenhang mit den Konflikten im Nahen Osten beschleunigt.
Letzte Woche betonte EZB-Mitglied Escrivá bei einer Rede in Barcelona ebenfalls die Überwachung der Zweitrundeneffekte von Inflationslöhnen, stellte jedoch fest, dass „Energiekosten sich auf Dienstleistungen und Transport ausbreiten“.
Keine unmittelbaren Reaktionen beim Euro (EUR) nach den Äußerungen von EZB-Escrivá zur Inflation und deren Auswirkungen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD aufgrund der Outperformance des US-Dollars (USD) 0,23 % tiefer bei rund 1,1445.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.