Am frühen Donnerstag zeigte ein Bericht der Economic Times (ET), dass die indische Regierung plant, die Kapitalertragssteuer auf Investitionen in Staatsanleihen durch ausländische Portfolioinvestoren (FPIs) abzuschaffen, um den Zufluss ausländischer Gelder in die Wirtschaft zu verbessern.
Das Kabinett hat am Mittwoch die Abschaffung der Kapitalertragssteuer auf ausländische Portfolioinvestitionen in Staatsanleihen genehmigt.
Die Entscheidung wird voraussichtlich durch eine Verordnung umgesetzt, die die Einkommensteuervorschriften ändert.
Ausländische Investoren zahlen derzeit 12,5 % Kapitalertragssteuer auf langfristige Gewinne aus börsennotierten Aktien und Anleihen, die länger als 12 Monate gehalten werden.
Sie zahlen außerdem 20 % Quellensteuer auf Zinsen aus Staatsanleihen. Diese könnte ebenfalls abgeschafft werden.
Ausländische Investoren haben in diesem Jahr weiterhin positive Nettozuflüsse in indische Staatsanleihen verzeichnet und netto 1,4 Milliarden US-Dollar investiert, während fast 28 Milliarden US-Dollar aus den Aktienmärkten abgezogen wurden.
Indiens Wirtschaft verzeichnete zwischen 2006 und 2023 ein durchschnittliches Wachstum von 6,13 %, was zu einem Anstieg ausländischer Investitionen führte. Dies erhöht die Nachfrage nach der indischen Rupie.
Da Indien einen Großteil seines Öls importieren muss, wirkt sich der Ölpreis direkt auf die Rupie aus. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, erhöht ein steigender Ölpreis die Nachfrage nach US-Dollar, was zu einem Abverkauf der Rupie führt und deren Wert mindert.
Inflation spielt eine doppelte Rolle: Sie signalisiert zwar eine erhöhte Geldmenge, die den Wert der Rupie grundsätzlich schwächt. Übersteigt die Inflation jedoch das Ziel von 4 % der Reserve Bank of India (RBI), reagiert die Zentralbank mit Zinserhöhungen, um die Geldmenge durch eine restriktivere Kreditvergabe zu reduzieren. Höhere Zinssätze, insbesondere Realzinsen, stärken die Rupie zusätzlich, da sie Indien für internationale Investoren als Kapitalziel attraktiver machen. Sinkt die Inflation, kann dies ebenfalls unterstützend wirken, während niedrigere Zinssätze tendenziell eine abwertende Wirkung auf die Währung haben.
Indien kämpft historisch gesehen mit einem Handelsbilanzdefizit, bei dem die Importe die Exporte übersteigen. Da ein Großteil des internationalen Handels in US-Dollar abgewickelt wird, steigt in bestimmten Phasen – sei es durch saisonale Nachfragespitzen oder ein hohes Importvolumen – die Nachfrage nach US-Dollar deutlich an. In solchen Zeiten wird die Rupie vermehrt verkauft, um Dollars zu kaufen, was zu einer Abwertung führt. Auch in Phasen erhöhter Marktvolatilität kann die Nachfrage nach US-Dollar sprunghaft ansteigen, was den Kurs der Rupie zusätzlich belastet.