Das Währungspaar AUD/JPY verliert am Dienstag im frühen europäischen Handel an Dynamik und nähert sich der Marke von 113,85. Der Australische Dollar (AUD) schwächt sich gegenüber dem Japanischen Yen (JPY) ab, da der australische Arbeitsmarkt mit einer negativen Überraschung aufwartete und die Märkte weiterhin wegen der Unsicherheit im Nahen Osten besorgt sind.
Die Händler reduzieren ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA) nach einem überraschenden Anstieg der inländischen Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote in Australien stieg im April auf 4,5 % gegenüber 4,3 % im März. Dieser Wert ist der höchste seit etwa viereinhalb Jahren.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung der RBA sank laut den von Westpac bereitgestellten Finanzmarktdaten von 13 % vor der Veröffentlichung des Beschäftigungsberichts auf nur noch 3 %.
Darüber hinaus wurde die Anlegeroptimismus hinsichtlich eines bevorstehenden Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran durch neue US-Angriffe im Nahen Osten gedämpft, die risikoreiche Anlagen wie den Aussie belasten. Die BBC berichtete am Dienstag, dass das US-Zentralkommando neue Angriffe im Süden Irans gestartet habe, bei denen iranische Raketensysteme und Boote, die versuchten, Minen zu legen, ins Visier genommen wurden.
Das US-Militär fügte hinzu, dass die Angriffe in "Selbstverteidigung" erfolgt seien und darauf abzielten, "unsere Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte zu schützen."
Die japanische Kerninflationsrate ohne Einmaleffekte, gemessen am neuen Index der japanischen Zentralbank, erreichte im April laut der Bank of Japan (BoJ) am Dienstag 2,8 %. Dieser Wert überstieg das 2 %-Ziel der BoJ und beschleunigte sich gegenüber 2,5 % im März. Der Kern-Kern-Verbraucherpreisindex (CPI), ohne Sondereinflüsse, stieg im April um 2,2 % gegenüber einem Anstieg von 2,6 % im März.
Der neue Index, der institutionelle Faktoren wie Bildung und energiebezogene Subventionen ausschließt, zeigte einen deutlich schnelleren Anstieg im Jahresvergleich als die 1,4 % im Benchmark-Kern-CPI, den die Regierung veröffentlicht hat.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.