Die Analystin Jester Koh von der UOB verweist darauf, dass das Bruttoinlandsprodukt Singapurs für das erste Quartal 2026 deutlich nach oben revidiert wurde. Zugleich habe das Handels- und Industrieministerium seine Wachstumsprognose für 2026 unverändert bei 2,0 bis 4,0 Prozent belassen. Die Bank hob ihre eigene Prognose für das Wirtschaftswachstum 2026 auf 3,2 Prozent an. Als Gründe nennt sie die anhaltend starke Nachfrage im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz sowie robuste Signale aus der Elektronikindustrie. Gleichzeitig verweist die Bank auf erhebliche Abwärtsrisiken durch mögliche Lieferunterbrechungen infolge des Nahostkonflikts und ein schwächeres globales Umfeld.
„Ausblick – Wir erhöhen unsere Prognose für das BIP-Wachstum 2026 auf 3,2 Prozent (zuvor 2,5 Prozent; Prognose 2027: 2,1 Prozent). Dabei berücksichtigen wir die starke Entwicklung im ersten Quartal sowie anhaltende Rückenwinde durch den KI-Boom. Dies zeigt sich unter anderem in der Verbesserung des Elektronik-PMI im April auf 51,7 Punkte nach 51,4 Punkten im März. Getrieben wurde dies von steigenden Auftragseingängen (April: 52,3; März: 52,0) sowie höheren Auftragsbeständen (April: 51,7; März: 51,4).“
„Zugleich zeigten die Exportdaten Südkoreas für die ersten 20 Tage im Mai einen Anstieg der Halbleiterexporte um 202 Prozent im Jahresvergleich. Dies bestätigt, dass die positiven Impulse durch KI auch im zweiten Quartal 2026 und möglicherweise darüber hinaus das Wachstum stützen könnten. Dadurch dürften Belastungen durch Unterbrechungen bei Energie- und petrochemischen Vorleistungen infolge des Nahostkonflikts weitgehend ausgeglichen werden.“
„Unsere Prognose ist erheblichen Abwärtsrisiken ausgesetzt, abhängig von Dauer und Ausmaß möglicher Lieferunterbrechungen.“
„In unserem Basisszenario dürfte das Wachstum 2026 moderat über dem Potenzial liegen, bei einer geschätzten positiven Produktionslücke von 0,6 Prozent.“
„Im Wirtschaftsbericht Singapurs für das erste Quartal 2026, Kastenartikel 2.1, wurde hervorgehoben, dass höhere Strompreise sowie erhebliche Unterbrechungen bei wichtigen Halbleiter-Rohstoffen wie Helium, Brom und Schwefel zu einer Verlangsamung der Halbleiterproduktion führen könnten.“